DPAM | Die Chance aus der Wertschöpfungskette: Infrastruktur als Schlüsselinvestment in der Energiewende
Gerrit Dubois, SRI-Spezialist von DPAM
- Infrastruktur und Enabling-Technologien bieten stabilere Renditen als kapitalintensive Erzeugungsanlagen
- Echte Transition-Investitionen erfordern Prüfung glaubwürdiger Net-Zero-Pfade der Unternehmen
- Erneuerbare Energien decken 100 % des Netto-Stromnachfragewachstums 2025
Investmentfonds.de | Die Energiewende kann für Investoren eine Win-Win-Situation darstellen: die Dekarbonisierung vorantreiben und gleichzeitig Renditen erzielen. Angesichts einer geringen Planungssicherheit bei den Strompreisen nach 2030 könnten Infrastruktur-Investments besonders attraktiv sein.
Erneuerbare Energien dominieren das zusätzliche Stromangebot, ohne dass Aufwand und Kosten im gleichen Maß mitwachsen. 100 % des Netto-Nachfragewachstums 2025 stammen aus kohlenstoffarmen Quellen. Die Bewertungen haben sich 2025 erholt, hervorgerufen größtenteils durch eine verbesserte Stimmung sowie bessere Nachfrage-Narrative. Dazu gehören das Wachstum der KI und die zunehmende Fokussierung auf Energiesicherheit im Zuge wachsender globaler Instabilität. Doch das Aufwärtspotenzial bleibt durch hohe Kapitalintensität und Zinsempfindlichkeit begrenzt.
Erzeugungsanlagen – fossil wie erneuerbar – sind mit einer Nachfrageunsicherheit konfrontiert. Neue Treiber wie KI könnten Strommärkte unvorhersehbar verändern. Zudem fehlt eine langfristige Planbarkeit bei der Preisentwicklung aufgrund einer unklaren US-Energiepolitik und im Hinblick auf die sich entwickelnden EU-Rahmenbedingungen.
Eine besondere Chance liegt innerhalb der breiteren Energie-Wertschöpfungskette. Ausrüstungslieferanten, Netzinfrastruktur und Enabling-Technologien bieten strukturell höhere Margen und berechenbarere Renditen als kapitalintensive Erzeugungsanlagen. Während erneuerbare Energien die günstigste Quelle für neuen Strom sein können, bestimmen Systemkosten wie Netze, Speicher und Ausgleichsmechanismen zunehmend die Profitabilität. Diese Verschiebung stärkt das Investitionsargument für die Wertschöpfungskette, in der systemweite Wirtschaftlichkeit mehr zählt als die nivellierten Energiekosten.
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