Capital Group | Studie: Weltweit haben Unternehmen ihren Börsenwert von 2014 bis heute zurückverdient
Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group
- 35 Billionen US-Dollar
- Aktive Investmentmanager können dabei helfen, Unternehmen zu identifizieren, deren Wachstum nachhaltig und vom Markt noch nicht vollständig eingepreist ist
- Deutsche Unternehmen haben ihren Börsenwert von 2013 innerhalb von 13 Jahren zurückverdient
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 8. Juli 2026 – Weltweit haben Unternehmen inzwischen ausreichend hohe Gewinne erzielt, um ihren gesamten Börsenwert vom Jahresbeginn 2014 zu übertreffen. Dies verdeutlicht, dass ein starkes Gewinnwachstum die steigenden Aktienbewertungen der vergangenen Dekade wiederholt gerechtfertigt hat.1 Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Werteradar“, die im Rahmen der Capital Group Global Equity Study2 erstellt wurde.
Die Studie ordnet Börsenwerte3 globaler Unternehmen anhand der Zeit ein, die die Unternehmen benötigen, um ihren Marktwert durch tatsächlich erzielte Gewinne „zurückzuverdienen“. Sie greift damit eine zentrale Frage für Anleger auf: Werden die heutigen Bewertungen durch die Gewinne gerechtfertigt, die Unternehmen künftig erzielen dürften?
Die weltweit 1.6004 größten börsennotierten Unternehmen hatten zu Beginn des Jahres 2014 einen gemeinsamen Börsenwert von 35,3 Billionen US-Dollar. Zwischen 2014 und 2025 erwirtschafteten sie kumulierte Gewinne von 36,7 Billionen US-Dollar und verdienten damit ihren gesamten Börsenwert von 2014 innerhalb von weniger als zwölf Jahren zurück.
Zu Beginn des Jahres 2014 wurden globale Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15,9 gehandelt. Unter der Annahme unveränderter Gewinne hätten Anleger bis 2029 – also fast 16 Jahre – warten müssen, bis die kumulierten Gewinne den damaligen Börsenwert erreicht hätten. Tatsächlich verkürzte das starke Gewinnwachstum diesen Zeitraum jedoch um rund vier Jahre. Die Unternehmen erzielten ihre Gewinne schneller, als ihre damaligen Bewertungen es erwarten ließen.
Dasselbe Muster zeigt sich auch über andere Zeiträume hinweg. So benötigten die Unternehmen im Capital Group Index4 13 Jahre, um ihren Börsenwert von 2010 in Höhe von 24,9 Billionen US-Dollar durch entsprechende Gewinne zurückzuverdienen. In jüngerer Zeit haben diese Unternehmen bereits 45 % ihres Börsenwerts von Anfang 2020 (54,7 Billionen US-Dollar) – also vor Ausbruch der Pandemie – erwirtschaftet. Dies deutet darauf hin, dass sich erneut eine Equity Payback Period, also ein Rückverdienungszeitraum, von zwölf bis 13 Jahren abzeichnet. Zudem hat bereits jedes siebte Unternehmen seinen gesamten Börsenwert von 2020 zurückverdient.
Katharine Dryer, Equity Asset Class Lead für Europa und Asien bei Capital Group, kommentiert: „Der Wert eines Unternehmens hängt nicht nur davon ab, welches Bewertungsniveau Investoren zu zahlen bereit sind, sondern auch davon, ob das künftige Gewinnwachstum diese Bewertung rechtfertigen kann. In den vergangenen zehn Jahren hat ein starkes Gewinnwachstum höhere Marktbewertungen immer wieder gerechtfertigt. Heute werden globale Aktien mit einem Börsenwert von 113,8 Billionen US-Dollar beziehungsweise rund dem 21-Fachen der für 2026 erwarteten Gewinne bewertet. Damit ist die Hürde für Investoren höher geworden. Bei höheren Ausgangsbewertungen muss das Gewinnwachstum einen größeren Beitrag leisten – Unternehmen, die liefern, können jedoch auch anspruchsvolle Bewertungen rechtfertigen.
Für aktive Investoren wie Capital Group geht es nicht darum, hohe Bewertungen grundsätzlich zu meiden. Vielmehr konzentrieren sich unsere Portfoliomanager und Analysten auf Unternehmen, deren Wachstum nachhaltig ist und vom Markt noch unterschätzt wird. In einem Markt, in dem die Ergebnisse zunehmend von der tatsächlichen Gewinnentwicklung abhängen, kann aktives Management Mehrwert schaffen, indem es Unternehmen identifiziert, die die Gewinnerwartungen erfüllen, und solche, die dahinter zurückbleiben. Aktive Manager spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisfindung, Bewertungsdisziplin und der Bereitstellung langfristigen Kapitals über verschiedene Marktzyklen hinweg. Diese Funktion ist für gesunde Kapitalmärkte unerlässlich – für Investoren, Emittenten und alle Marktteilnehmer.“
Regionale Unterschiede
Die regionalen Unterschiede spiegeln vor allem den jeweiligen Sektormix wider, wobei auch länderspezifische Faktoren eine Rolle spielen.
US-Unternehmen verdienten ihren Börsenwert von 2014 trotz hoher Ausgangsbewertungen innerhalb von zwölf Jahren zurück – getragen von einem starken Gewinnwachstum.
In Europa konnten Energie- und Finanzunternehmen nach einer Phase schwachen Wachstums in den 2010er-Jahren zuletzt deutlich aufholen. Dadurch verdienten europäische Unternehmen ihren Börsenwert von 2013 innerhalb von 13 Jahren zurück.
Die deutschen Unternehmen im Capital Group Index4 verdienten ihren Börsenwert von 2013 innerhalb der folgenden 13 Jahre zurück und lagen damit in etwa auf dem Niveau von Europa ohne Großbritannien. Relativ verhaltenes Gewinnwachstum über weite Teile der 2010er-Jahre belastete zunächst den deutschen Durchschnitt. Zuletzt hat jedoch die höhere Profitabilität im Finanzsektor – begünstigt durch die Kombination aus höheren Zinsen und zuvor niedrigen Bewertungen – das Bild verbessert. Über den 13-Jahres-Zeitraum erwirtschafteten die Unternehmen kumulierte Gewinne von 1,022 Billionen US-Dollar und übertrafen damit ihren gemeinsamen Börsenwert von 977 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2013. Ende April 2026 lag ihr gemeinsamer Börsenwert bei 2,32 Billionen US-Dollar.
* Daten per 30. April 2026.
Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
¹ Alle Angaben erfolgen in nominalen US-Dollar. Inflationsbereinigt verlängert sich der „Equity Payback“-Zeitraum lediglich um etwa ein Jahr.
² Die Capital Group Global Equity Study ist eine umfassende Analyse der wichtigsten globalen Aktienmärkte und untersucht, wie Unternehmen Wert generieren, steigern und an Aktionäre zurückführen. Die jährlich erscheinende Werteradar-Studie betrachtet erstmals, warum Unternehmen so bewertet werden, wie sie bewertet werden, und zeigt den Zusammenhang zwischen Unternehmensgewinnen, Gewinnwachstum und Marktkapitalisierung auf. Sie analysiert die weltweit 1.600 größten Unternehmen und berechnet die sogenannte Equity Payback Period – also die Zeit, die Unternehmen benötigen, um ihren Börsenwert durch Gewinne „zurückzuverdienen“. Außerdem zeigt die Studie Unterschiede zwischen Sektoren und Regionen auf und verdeutlicht, warum scheinbar teure Unternehmen häufig aus gutem Grund teuer sind, während Investoren bei manchen vermeintlich günstigen Unternehmen lange auf einen entsprechenden Gewinnaufbau warten müssen.
³ Die Werteradar-Studie betrachtet, wie lange Unternehmen tatsächlich benötigen, um ihren Börsenwert durch realisierte Gewinne zu erwirtschaften. Diesen Zeitraum bezeichnet Capital Group als Equity Payback Period. Im Gegensatz zum klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das auf zukünftigen Gewinnerwartungen basiert, blickt diese Kennzahl zurück und untersucht die tatsächlich erzielten Gewinne der Folgejahre. Sie dient weder der Portfoliokonstruktion noch beschreibt sie die Bewertungsmethodik von Capital Group, sondern veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Marktbewertung, Gewinnen, Wachstumserwartungen und Bewertungsdisziplin. Indem der Fokus stattdessen auf den tatsächlich erzielten Ergebnissen liegt, kann die Equity Payback Period einen fundierteren Ansatz bieten, um zu beurteilen, inwieweit sich die Bewertungserwartungen tatsächlich erfüllt haben.
⁴ Ein Index der Unternehmen, die Capital Group im Rahmen des Werteradars beobachtet.
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Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
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