Capital | Ergebnisse von Meta und Tesla stützen die Marktstimmung trotz erhöhter Ereignisrisiken
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Die Wall Street legt dank US-Tech-Ergebnissen und positiver geopolitischer Nachrichten zu
Investmentfonds.de - Die Wall Street legte kräftig zu, während die Marktteilnehmer eine Reihe makroökonomischer Entwicklungen und Unternehmenszahlen verarbeiteten. Kurzfristige Volatilität wird am Rande weiterhin durch geopolitische Risiken und die Folgewirkungen der Ölpreisentwicklung ausgelöst. Im US-Handel stieg der Ölpreis zunächst erneut an, gab dann jedoch deutlich nach – getragen von anhaltenden Hoffnungen (oder vielleicht auch nur entsprechenden Schlagzeilen) auf ein unmittelbar bevorstehendes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Dies geschah trotz einer Reihe von Angriffen iranischer Streitkräfte auf Schiffe im Persischen Golf. Damit bleiben die Risiken für die weltweite Energieversorgung erhöht, während die Lieferströme aus der Region bereits nachgelassen haben.
Auch Spekulationen, wonach die USA verstärkt auf ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine drängen und Russland Berichten zufolge trilateralen Gesprächen zugestimmt haben soll, belasteten den Energiesektor. Der Großteil der Kursbewegung entfiel allerdings auf einen kräftigen Rückgang der Erdgaspreise.
Das bedeutendere Marktrisiko – und zugleich der Faktor mit größerer langfristiger Bedeutung für Aktien – sind die US-Unternehmensergebnisse. Ein Großteil der Marktbewegungen entstand, als Anleger die am Vortag veröffentlichten Zahlen von Unternehmen wie SpaceX verarbeiteten und sich auf die Quartalsergebnisse von Tesla und Meta nach Börsenschluss einstellten.
Die Zahlen der ersten beiden Unternehmen aus den „Magnificent Seven“, die ihre Ergebnisse für das Quartal vorlegten, sorgten für eine bessere Marktstimmung. Teslas Umsatz lag zwar im Rahmen der Erwartungen oder sogar darunter, doch höhere Margen führten dazu, dass der Gewinn erstmals seit einiger Zeit die Prognosen übertraf. Damit wurden Befürchtungen abgeschwächt, dass hohe Investitionsausgaben (CAPEX) für künstliche Intelligenz und Automatisierung sowie der zunehmende Wettbewerb auf dem Markt für Elektrofahrzeuge die Margen unter Druck setzen würden.
Auch Meta übertraf die Erwartungen. Die steigenden Umsätze deuteten auf anhaltendes Wachstum und eine zunehmende Monetarisierung von KI hin. Zugleich hielten die weitgehend stabilen Investitionspläne die Sorgen vor übermäßigen Investitionen in Grenzen.
Die Ergebnisse beider Unternehmen lösten zunächst Kursrallys bei den jeweiligen Aktien aus. Ein Teil der Gewinne wurde jedoch wieder abgegeben, als die anschließenden Telefonkonferenzen zu den Geschäftszahlen begannen.
Die Zahlen dürften der ohnehin bereits positiven Vorgabe von der Wall Street zusätzlichen, wenn auch begrenzten Rückenwind verleihen. An den asiatischen Märkten zeichnet sich den Futures-Kursen zufolge hingegen ein uneinheitlicher Handelsstart ab.
Zum Ende der Handelswoche stehen weniger wichtige Konjunkturtermine an, die die Märkte bewegen könnten. Die heute Morgen veröffentlichten Inflationsdaten aus Neuseeland sind der einzige größere potenzielle Impulsgeber – zumindest für einzelne Märkte in der Region.
Dennoch bleiben die Märkte stark auf geopolitische Risiken fokussiert. Zudem hält die Zurückhaltung der Anleger angesichts der bevorstehenden ereignisreichen Woche an: Auf dem Kalender stehen weitere Quartalszahlen aus dem Technologiesektor, eine Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie die näher rückenden US-Zwischenwahlen.
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