Capital | Ölpreis macht Sprung nach Anzeichen für Fortschritte bei US-Iran-Verhandlungen wieder wett
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Wall Street gibt nach Tech-Schwäche und SpaceX-Nachwehen nach
Investmentfonds.de | An der Wall Street macht sich wohl eine Art „Katerstimmung“ nach dem SpaceX-Börsengang breit. Die Aktie ist wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgefallen – eine Entwicklung, die nach einem derart gehypten und überbewerteten Börsengang ohnehin zu erwarten war. Diese Bewegung hat einen von Technologiewerten angeführten Ausverkauf ausgelöst, wobei sich der Fokus nun wieder auf Fragen zu Bewertungskennzahlen (Multiples) im KI-Sektor und zum fairen Wert verlagert. Infolgedessen beendeten sowohl der S&P 500 als auch der NASDAQ den Handel im Minus, da die anfängliche Überhitzung des Marktes nun etwas nachlässt.
Abseits des Technologiesektors erhielten zyklische Aktien Auftrieb durch die offensichtlichen Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Sowohl die USA und der Iran als auch die beteiligten Vermittler äußerten sich positiv zu den Gesprächen am Wochenende. Von entscheidender Bedeutung war die Ankündigung der USA, dem Iran eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung von den Sanktionen zu erteilen, damit dieser sein Öl auf dem Weltmarkt verkaufen kann. Zwar hält das übliche Hin und Her der gegenseitigen Schuldzuweisungen darüber an, was bei den Verhandlungen – insbesondere in Bezug auf das iranische Atomprogramm – tatsächlich besprochen wurde; dennoch trugen die konstruktiven Töne aller Beteiligten dazu bei, dass der Ölpreis nach einem potenziell spannungsgeladenen Wochenende am Montag mit einem Aufwärts-Gap schloss. Der Rohölpreis behauptet sich weiterhin an der wichtigen Unterstützungslinie des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts.
Den Futures zufolge stehen die asiatischen Märkte vor einem weitgehend positiven Handelsauftakt, ungeachtet der gemischten Vorgaben von der Wall Street. Die hinsichtlich der Energieversorgung anfällige Region profitiert weiterhin von sinkenden Ölpreisen; insbesondere der über Nacht verzeichnete Rückgang der Rohölpreise sorgt für eine positive Stimmung. Zudem dürfte der japanische Yen heute genau beobachtet werden, da das japanische Finanzministerium verstärkt Währungsinterventionen in Erwägung zieht. Im US-Handel näherte sich das Währungspaar USD/JPY einem 40-Jahres-Hoch – getrieben durch die Nachwirkungen der FOMC-Entscheidung der Vorwoche sowie die Erwartung der im weiteren Wochenverlauf anstehenden PCE-Daten aus den USA.
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