Capital | US-Daten fallen unter den Erwartungen
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Die Wall Street erreicht neue Rekorde aufgrund des drohenden US-Iran-Friedensabkommens
- US-Daten fallen unter den Erwartungen und belasten die Erwartungen an Zinserhöhungen
Investmentfonds.de - Berichten zufolge stehen die USA und der Iran kurz davor, eine Einigung über die Verlängerung des Waffenstillstands um weitere 60 Tage zu erzielen, wobei die Vereinbarung angeblich eine gebührenfreie Wiedereröffnung der Straße von Hormus beinhalten soll. Die Nachricht löste eine Rallye an der Wall Street aus, die neue Rekordhöhen erreichte, angeführt von Technologiewerten, da das reduzierte geopolitische Risiko die implizite Volatilität senkte und es den Investoren ermöglichte, sich auf die derzeit heißen Fundamentaldaten des Marktes zu konzentrieren. Die Bewegung der Ölpreise war vernachlässigbar, was darauf hindeutet, dass ein Friedensaufschlag im Markt bereits weitgehend eingepreist ist – wodurch die Märkte für eine große Enttäuschung vorbereitet wären, falls sich diese angebliche Einigung als weitere falsche Hoffnung herausstellt. Dennoch sind die Märkte so optimistisch wie seit Beginn des Krieges nicht mehr, mit einem ausreichend gesteigerten Risikoappetit.
US-amerikanische Wirtschaftsdaten spielten ebenfalls eine Rolle bei der nächtlichen Stärkung der Wall Street. Die Zahlen zu BIP, PCE und Arbeitslosenmeldungen lagen unter den Erwartungen, wobei Händler ihre Wetten auf zukünftige US-Zinserhöhungen nur leicht reduzierten. Die PCE-Daten waren die entscheidende Zahl und lagen im Großen und Ganzen im Einklang mit den Erwartungen – mit der entscheidenden Kernzahl, die wie prognostiziert auf 3,3 % anstieg. Die monatliche Zahl war jedoch leicht schwächer. Unterdessen zeigten die BIP-Zahlen eine deutlich schwächere wirtschaftliche Aktivität als erwartet, und die Arbeitslosenmeldungen stiegen stärker als prognostiziert – wenngleich sie weiterhin historisch niedrige Niveaus beibehielten. Diese Daten führten zu einer geringfügigen Abflachung der US-Zinskurve, unterstützten die Aktienmärkte und schwächten den US-Dollar, obwohl die Märkte immer noch eine bessere als 50-prozentige Chance für eine Zinserhöhung der Fed vor Jahresende einpreisen.
Der Kalender sieht leicht aus, um die Woche abzurunden, während die Märkte bereit sind, auf hohem Niveau zu schließen. Das größte Risiko und der ausschlaggebende Faktor wird das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran sein, da die Marktteilnehmer weiterhin auf die Genehmigung durch die Trump-Administration und die iranische Führung warten.
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