BrokerChooser | Studie: 54 % der Millennials nutzen KI für Finanzberatung
Adam Nasli, leitender Broker-Analyst bei BrokerChooser
Experte warnt vor den Risiken automatisierter Anlageentscheidungen
Investmentfonds.de | Laut des AI Sentiment Index 2026 nutzen 39 % der Deutschen KI zur Optimierung ihrer Finanzplanung.1 Doch in wieweit ist dies Recherche und in wieweit werden Ratschläge von der KI blindlings befolgt?
Eine neue Umfrage von BrokerChooser zeigt nun, dass über die Hälfte (52,85 %) der Befragten, auf die von generativer KI erhaltenen Ratschläge reagieren. Dies ist besonders besorgniserregend, da KI-Tools in etwa der Hälfte der Fälle falsche Finanzberatung liefern.²
Um das Ausmaß der KI-Nutzung bei finanziellen Entscheidungen zu untersuchen, führten die Online-Broker-Experten von BrokerChooser eine Umfrage mit 2.000 Teilnehmern durch, und analysierten die Nutzungsmuster von KI für deren Finanzmanagement. Adam Nasli, leitender Broker-Analyst bei BrokerChooser, warnt eindringlich vor einer übermäßigen Abhängigkeit von KI bei Handels- und Anlageentscheidungen.
Hauptergebnisse:
Fast ein Drittel (29,10 %) der Befragten hat bereits KI-generierte Finanzberatung befolgt. Am häufigsten nutzen sie Millennials (53,98 %) und die Generation Z (46,70 %).Jeder Fünfte der 35- bis 44-Jährigen (21,90 %) konsultiert täglich KI in Finanzfragen.
Der Einsatz von KI dringt zunehmend auch in wichtige Finanzentscheidungen vor: Besorgniserregenderweise nutzt jeder Fünfte (21,82 %) KI-Tools für Börsenprognosen.
Über die Hälfte der Befragten (52,85 %) würde KI-Empfehlungen befolgen, wobei Millennials und Gutverdiener (über 85.000 €) am ehesten bereit sind, den Empfehlungen zu folgen.
29,1 % vertrauen KI-generierter Finanzberatung
F1. Haben Sie schon einmal ein KI-Tool (z. B. ChatGPT, Copilot usw.) verwendet, um Finanzberatung zu Geld, Sparen, Investitionen oder Schulden zu erhalten?Fast ein Drittel (29,1 %) der Befragten hat bereits KI für Finanzberatung zu Geld, Sparen oder Investitionen genutzt. Ein nahezu identischer Anteil (30,95 %) gab an, dies zukünftig in Erwägung zu ziehen. Insgesamt würden also sechs von zehn Befragten (60,05 %) KI ihre Finanzen anvertrauen. Dies unterstreicht die wachsende Nachfrage nach schneller und unkomplizierter KI-gestützter Finanzberatung.
Digital Natives haben höchstes Vertrauen in KI-generierte Finanzberatung
Millennials (25 bis 34 Jahre) führen den Trend an: Über die Hälfte (53,98 %) hat bereits generative KI für Finanzberatung genutzt, gefolgt von der Generation Z (18 bis 24 Jahre) mit 46,70 %. Die Nutzung nimmt mit dem Alter deutlich ab: Nur 26,95 % der 45- bis 54-Jährigen nutzen KI für diesen Zweck, und weniger als 10 % der über 55-Jährigen.
Adam Nasli, leitender Brokeranalyst bei BrokerChooser, sagte:
„KI wird zunehmend in der Finanzberatung eingesetzt, da sie sofortige und leicht zugängliche Antworten auf nahezu jede Frage liefert. Dies ist besonders attraktiv für jüngere Generationen, denen Schnelligkeit oft am Herzen liegt. Vielen nimmt sie zudem die Angst, über persönliche Finanzen zu sprechen, und schafft einen Raum, in dem sie sich unvoreingenommen fühlen. Wenn es jedoch um echtes Geld geht, sollte KI stets zur Information und nicht zur Entscheidungsfindung eingesetzt werden, und Verbraucher sollten sich bei Finanzfragen immer auf vertrauenswürdige, regulierte Quellen verlassen.“
F2. Wie häufig nutzen Sie derzeit KI-Tools für Finanzberatung oder -anleitung?
Jeder sechste Mensch verlässt sich mittlerweile bei täglichen Finanzentscheidungen auf KI
Die Umfrage zeigt, dass die Befragten, die KI zur Finanzberatung genutzt haben, täglich auf KI-Tools zurückgreifen: Etwa jeder sechste Nutzer (16,84 %) nutzt täglich KI-Tools für seine Finanzen.
Die tägliche Nutzung erreicht ihren Höhepunkt bei der Altersgruppe zwischen 35 und 44 Jahren (21,90 %), und wenn man ein weiteres Viertel (25,43 %) der Befragten hinzufügt, die mehrmals pro Woche (vier bis sechs Tage) auf KI zurückgreifen, ist klar, dass KI für viele mittlerweile Teil regelmäßiger finanzieller Entscheidungen ist. Insgesamt wird bei Finanzentscheidungen durchschnittlich 3,1 Tage pro Woche auf KI zurückgegriffen.
Ein alarmierendes Fünftel der Befragten nutzt KI für Börsenprognosen
Während KI vor allem für Finanzaufgaben mit geringem Risiko eingesetzt wird – wie zum Beispiel die Suche nach besseren Sparzinsen (43,46 %), die Budgetierung (38 %) und die Planung finanzieller Ziele wie das Sparen für ein Haus oder den Urlaub (33,06 %), weitet sich die Nutzung auch auf Bereiche mit höherem Risiko aus.Fast ein Drittel der Befragten (29,64 %) nutzen KI, um Investitionen auszuwählen oder zu vergleichen, und mehr als jeder Fünfte (21,82 %) nutzt KI für Börsenprognosen, was zeigt, wie schnell diese digitalen Tools für vertrauenswürdige Berater für wichtige Finanzentscheidungen gehalten werden.
Adam Nasli, Chef-Brokeranalyst bei BrokerChooser, kommentiert:
„KI-Tools können für alltägliche Finanzaufgaben wie die Budgetierung oder den Vergleich von Sparkonten unglaublich praktisch sein – aber sich bei der Aktienauswahl oder bei Marktprognosen auf sie zu verlassen, insbesondere in schnelllebigen Märkten wie dem Devisenmarkt, birgt ein erhebliches Risiko. Diese Algorithmen bieten generische Leitlinien auf der Grundlage historischer Daten und Muster, können jedoch Marktvolatilität, geopolitische Ereignisse oder Ihre individuelle finanzielle Situation, Risikotoleranz und langfristige Ziele in Echtzeit nicht vollständig berücksichtigen.“
Entscheidend ist, dass KI-Tools nicht von der BaFin reguliert werden und daher niemals als alleinige Quelle für Finanzberatung betrachtet werden sollten. Wenn Sie möchten, nutzen Sie KI für erste Einblicke, aber alle Empfehlungen sollten immer überprüft werden, um Urteilsvermögen zu entwickeln, Strategien anzupassen und – was am wichtigsten ist – Verantwortung für die erhaltenen Ratschläge zu übernehmen.
Insbesondere die Forex-Märkte sind von Natur aus komplex und stark verschuldet, was bedeutet, dass kleine Fehltritte bei der Entscheidungsfindung schnell zu erheblichen Verlusten führen können. Obwohl KI eine wertvolle Ergänzung sein kann, kann sie nicht die Zeit ersetzen, die in das Erlernen von Handels- und Anlagestrategien investiert werden muss. Wenn Anleger ausschließlich auf KI-Ratschläge reagieren, sind sie potenziell erheblichen finanziellen Verlusten ausgesetzt, ohne dass jemand für das Ergebnis verantwortlich ist.“
F4. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie auf Finanztipps eines KI-Tools reagieren würden?
Schockiernderweise geben laut einer Umfrage über die Hälfte (52,85 %) der Befragten an, Finanztipps von KI-Tools zu befolgen. Bei Millennials ist dies am wahrscheinlichsten: Mehr als sieben von zehn 25- bis 34-Jährigen (76,40 %) und 35- bis 44-Jährigen (70,29 %) würden den Empfehlungen von KI folgen. Im Gegensatz dazu würde weniger als ein Drittel der über 55-Jährigen (30,84 %) in Erwägung ziehen, KI-Empfehlungen zu befolgen.
Personen mit hohem Einkommen, aber noch nicht hohem Vermögen stellen eine Risikogruppe dar, die KI-Finanztipps besonders leichtgläubig befolgt
Auch das Einkommen spielt bei finanziellen Entscheidungen eine Rolle: Gutverdiener, insbesondere solche mit einem Gehalt über 85.000 € (72,93 %), setzen KI-Empfehlungen am ehesten um. Ihr finanzielles Polster mag zwar das Vertrauen in KI-Empfehlungen stärken, birgt aber gleichzeitig das Risiko potenziell höherer Verluste. Die Umfrage zeigt, dass höhere Einkommen tendenziell mit einer höheren finanziellen Risikobereitschaft einhergehen, da Menschen mit einem mittleren Einkommen deutlich zögerlicher sind (48,18 %).
F6. Angenommen, die Kosten spielen keine Rolle, würden Sie lieber eine KI oder einen traditionellen menschlichen Finanzberater konsultieren?
Bei der Wahl zwischen KI und einem traditionellen Finanzberater haben Menschen zwar noch die Nase vorn, doch der Abstand verringert sich. Gut zwei von fünf Befragten (43,88 %) würden sich für einen traditionellen Berater entscheiden, wenn die Kosten keine Rolle spielten.
Ältere Befragte halten weiterhin an der Beratung durch einen Menschen fest: Fast 60 % der über 55-Jährigen bevorzugen einen traditionellen Berater. Das Vertrauen in die Beratung durch einen Menschen nimmt mit jedem jüngeren Alter stetig ab und liegt bei 39,90 % in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen und bei 35,71 % in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen.
Fast jeder fünfte Millennial würde KI einem menschlichen Berater vorziehen
Millennials zeigen sich besonders vertraut mit der KI-gestützten Finanzverwaltung: Über ein Drittel (35,90 %) der 25- bis 34-Jährigen ist der Ansicht, dass KI und professionelle menschliche Berater gleichermaßen gute Leistungen erbringen. Bemerkenswerterweise würden sich weitere 16,90 % der Millennials auch dann für KI entscheiden, wenn die Kosten keine Rolle spielten – ein Zeichen dafür, dass sich die Akzeptanz beschleunigen könnte, wenn Digital Natives finanzielle Unabhängigkeit erlangen.Methode:
Um besser zu verstehen, wie KI die Finanzentscheidungsfindung beeinflusst, befragten die Online-Broker-Experten von BrokerChooser 2.000 Erwachsene ab 18 Jahren.
Die Teilnehmer beantworteten sechs Fragen zur Häufigkeit der KI-Nutzung für Finanzberatung, ihrem Vertrauen in KI und den Folgen der Umsetzung von KI-Empfehlungen.
Die Daten wurden nach Alter, Geschlecht, Region und Einkommen segmentiert, um statistisch aussagekräftige Muster in verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufzuzeigen.
Die Umfrage wurde zwischen dem 26. und 28. Januar 2026 durchgeführt, und alle Ergebnisse spiegeln die öffentliche Meinung in diesem Zeitraum wider.
Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse und Grafiken dazu finden Sie hier.
Quellennachweis:
[1] Cash-Online | Digitale Finanzberatung: Jeder Elfte überlässt seine Finanzen komplett der KI
[2] FT Adviser | AI provides the wrong financial advice half the time
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