Kontora | Vermögensmonitor 2026: Das große Erben – und das große Schweigen
Stephan Buchwald, Gründer und Co-CEO der Kontora Family Office GmbH Hamburg
Investmentfonds.de - Hamburg, 23.07.2026 – Eine aktuelle repräsentative Umfrage (Mai 2026) des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Kontora Family Office GmbH zeigt: 58 Prozent der Befragten beziehen erwartete Erbschaften bereits heute in ihre Finanzplanung ein. Zugleich haben nur 17 Prozent die eigene Vermögensweitergabe konkret geregelt – und nur jeder Zehnte spricht in der Familie überhaupt regelmäßig darüber. Die Lücke zwischen Erwartung und Handlung ist das zentrale Ergebnis des Kontora Vermögensmonitors 2026.
Das Schweigen über Geld: Ein deutsches Familienthema
Erben ist längst kein Thema mehr, das nur wenige Hochvermögende betrifft: Rund zwei Drittel aller Deutschen rechnen mit einer Erbschaft in Höhe von bis zu 250.000 Euro. Denn es sind mittelständische Leistungsträger:innen, Fachkräfte und Selbstständige, die heute bereits solide Vermögen weitergeben. Und dennoch bleibt Vermögen in deutschen Familien ein Tabuthema. Nur jeder Zehnte spricht regelmäßig über mögliche Erbschaften oder die spätere Vermögensweitergabe, knapp 57 Prozent tun dies selten oder gar nicht.Was das Gespräch verhindert, ist selten fehlendes Wissen, sondern vor allem Emotionen: 38 Prozent nennen belastende Gedanken rund um Tod und Krankheit als Hauptgrund. 35 Prozent schieben das Thema schlicht auf. Familiäre Konflikte befürchten 21 Prozent. Nur 14 Prozent halten das Thema für zu komplex, der emotionale Widerstand überwiegt den rationalen Aufwand bei Weitem. Dieses Muster gilt unabhängig von der Vermögenshöhe: Auch in Familien mit substanziellem Vermögen sind es zuerst die unausgesprochenen Fragen – nach Fairness, nach Verantwortung, nach dem, wozu das Vermögen eigentlich dienen soll – die einen geordneten Übergang erschweren.
Dabei zeigt die Studie: Wo offen gesprochen wird, steigt auch die Bereitschaft zur Planung. Wer das Gespräch führt, handelt auch. Erbschaften spielen für die finanzielle Planung vieler Deutscher bereits heute eine wichtige Rolle. Wenn es um die eigene Vermögensweitergabe geht, bleibt die konkrete Vorsorge jedoch häufig aus, quer durch alle Vermögensschichten. Die Frage, wozu Vermögen da ist und was es für die nächste Generation bedeuten soll, wird zu selten gestellt. „Dabei ist genau das der Ausgangspunkt jeder sinnvollen Übergabeplanung“, sagt Sybille Arnegger, Geschäftsführerin der Kontora Family Office GmbH.
Die Rising Generation denkt Vermögen bereits mit
Erbschaften sind für viele Deutsche nicht nur ein juristisches, sondern ein zutiefst persönliches Thema mit bemerkenswerter Relevanz bereits in frühen Lebensphasen: Bei den befragten 18- bis 29-Jährigen messen bereits 51 Prozent einer möglichen Erbschaft eine große Bedeutung für ihre finanzielle Zukunft bei. Erbschaften sind damit kein Thema mehr, das erst im mittleren Alter relevant wird, die Rising Generation denkt es bereits heute mit. Gleichzeitig zeigt die Studie: 30 Prozent der Befragten berücksichtigen die Weitergabe von Vermögen an die nächste Generation bereits stark bei eigenen Investitionsentscheidungen. Der Gedanke an Vermögensweitergabe entsteht damit oft lange, bevor eine konkrete Nachlassplanung beginnt.„Für Familien, die Vermögen generationenübergreifend erhalten wollen, ist die frühzeitige Einbindung der Rising Generation, also derjenigen, die Vermögen einmal übernehmen werden, erfolgsentscheidend. Wer den Vermögensübergang als familiären Prozess gestalten möchte, sollte diese Perspektive früh einbeziehen – nicht nur in die rechtliche und steuerliche Planung, sondern vor allem in das Gespräch darüber, welche Werte und welchen Zweck das Vermögen tragen soll“, sagt Stephan Buchwald, Gründer und Co-CEO der Kontora Family Office GmbH.
Höheres Vermögen, höhere Komplexität – und große Planungslücke
Blickt man gezielt auf einkommensstarke Haushalte, zeichnet sich dort ein deutlich anderes Bild als im Bevölkerungsdurchschnitt. Während im Gesamtdurchschnitt Geldvermögen (42 Prozent) und Immobilien (32 Prozent) das Erbe dominieren, ist das Portfolio in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 6.000 Euro oder mehr erheblich diversifizierter: Wertpapiere werden von 18 Prozent der Befragten erwartet, Unternehmensbeteiligungen von mehr als 10 Prozent, doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt.Auch Bewusstsein und Gesprächsbereitschaft sind ausgeprägter: 44 Prozent dieser Haushalte berücksichtigen die Vermögensweitergabe stark bei eigenen Finanzentscheidungen, 17 Prozent sprechen regelmäßig in der Familie darüber. Und dennoch besteht auch hier eine erhebliche Planungslücke und zeigt damit: mehr Bewusstsein führt nicht automatisch zu mehr konkreter Vorbereitung.
„Je höher das Vermögen, desto stärker beeinflusst es bereits heute das Finanzverhalten, und desto größer ist der Bedarf an strukturierter Planung. Für Unternehmerfamilien und sehr vermögende Privatpersonen, deren Nachlass Gesellschafteranteile, Stiftungsstrukturen oder internationale Vermögenswerte umfasst, potenzieren sich die Herausforderungen, die wir in dieser Umfrage für die breite Bevölkerung sehen: Die emotionalen Hürden bleiben dieselben – die Konsequenzen eines ungeregelten Übergangs sind ungleich größer“, sagt Sybille Arnegger, Geschäftsführerin der Kontora Family Office GmbH.
Die Studie zeigt: Je substanzieller das Vermögen, desto deutlicher treten beide Dimensionen hervor, die emotionale wie die strukturelle. Sybille Arnegger ergänzt: „Vermögensplanung endet nicht bei der Geldanlage, und Nachlassplanung nicht beim Testament. Je komplexer die Vermögensstruktur, desto wichtiger wird die Frage, wie die nächste Generation auf ihre Rolle vorbereitet wird: finanziell, aber auch im Verständnis dafür, was dieses Vermögen bedeutet und welche Verantwortung damit verbunden ist. Genau diese Gespräche – offen, frühzeitig und strukturiert geführt – sind es, die einen geordneten Übergang erst möglich machen.“
Planung schafft Verständnis – nicht nur Klarheit
Die Studie liefert einen abschließenden, aufschlussreichen Befund: Wer sich aktiv mit der eigenen Vermögensweitergabe befasst hat, versteht die rechtlichen Rahmenbedingungen deutlich besser, 42 Prozent derjenigen mit geregelter Nachfolge halten sie für gut verständlich, gegenüber nur 8 Prozent ohne jede Planung. Verständnis ist damit keine Voraussetzung für den Einstieg, sondern dessen Ergebnis. Die Daten legen nahe: Die Hürde ist nicht das Thema selbst, sondern der fehlende Anfang.*** Methodik
Das Meinungsforschungsinstitut Civey hat für die Kontora Family Office GmbH im Zeitraum vom 06.05.2026 bis 11.05.2026 rund 2.500 deutsche Bundesbürger:innen ab 18 Jahren sowie rund 1.600 deutsche Bundesbürger:innen, die geerbt haben bzw. mit Erbe rechnen, online befragt. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 2,5 bis 6,8 Prozentpunkten repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit. ***
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Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Hamburger Family Office Kontora). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Hamburger Family Office Kontora)
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Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
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