Capital | Die Wall Street nähert sich nach den Inflationszahlen neuen Rekordhochs
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September sinkt nach moderaten US-Inflationsdaten
Investmentfonds.de - Die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für Juli fielen weitgehend wie erwartet aus und schwächten die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung weiter ab.
Die Gesamtinflation (Headline CPI) ging auf 3,4 % zurück, während die wichtigere Kerninflation (Core CPI) auf 2,5 % sank. Beide Werte entsprachen damit den Konsensprognosen der Ökonomen.
Nach den sehr schwachen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) der vergangenen Woche bewegen sich die Märkte zunehmend in eine Richtung, die eine neutralere geldpolitische Ausrichtung und einen „Abwarten und Beobachten“-Ansatz der US-Notenbank bei Zinserhöhungen widerspiegelt.
Seit der letzten FOMC-Sitzung, die von den Märkten als weniger restriktiv (dovish) als erwartet bewertet wurde, ist die implizite Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September von 100 % auf nunmehr etwa 40 % gesunken.
Ein gewisses Maß an Unsicherheit hinsichtlich der kurzfristigen Zinsentwicklung – und damit auch Aufwärtsrisiken bei den Zinsen – dürfte bestehen bleiben, und sei es nur aufgrund der bewusst mehrdeutigen Kommunikationsstrategie von Fed-Chef Kevin Warsh.
Die geringere implizite Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen hat die Marktstimmung jedoch leicht verbessert und die Wall Street wieder in Richtung neuer Rekordhochs getrieben.
Obwohl für die Fed möglicherweise weniger Dringlichkeit besteht, die Zinsen anzuheben, spiegeln die Märkte weiterhin die Erwartung wider, dass es für die Notenbank eher eine Frage des Wann als des Ob ist, die Geldpolitik zu straffen.
Einige Kennzahlen zum zugrunde liegenden Preisdruck sowie verschiedene Einflussfaktoren für den von der Fed bevorzugten Inflationsindikator, den PCE-Index, erweisen sich weiterhin als relativ hartnäckig.
Weitere Hinweise auf die Entwicklung der für den PCE-Index relevanten Preiskomponenten werden die Märkte im Laufe des kommenden Tages durch die US-Erzeugerpreisdaten (Producer Price Index, PPI) erhalten. Diese könnten ebenfalls für Bewegung an den Märkten sorgen.
Es wird außerdem erwartet, dass die Daten einen deutlichen Rückgang der Unternehmenskosten im vergangenen Monat zeigen – sowohl auf Gesamtbasis als auch bei der Kernrate. Für letztere wird ein Wert von 4,2 % erwartet.
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