Capital | Ölpreise schnellen nach neuen US-Angriffen auf den Iran in die Höhe
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Wall Street gibt angesichts steigender geopolitischer Risiken und Zinsrisiken nach
Investmentfonds.de - Erneute Feindseligkeiten im Nahen Osten ließen die Rohölpreise sprunghaft ansteigen; dies drückte die Kurse an der Wall Street nach unten und trieb die weltweiten Anleiherenditen auf Höchststände, wie sie seit Jahren – und in einigen Fällen seit Jahrzehnten – nicht mehr verzeichnet worden waren. Die USA intensivierten ihre Angriffe auf den Iran als Reaktion auf den – nach US-Angaben – versuchten Einsatz neuer Minen in der Straße von Hormus. Der Iran kündigte Vergeltungsschläge gegen die USA an, was die Gefahr schwerwiegenderer und länger anhaltender Unterbrechungen bei den Energieexporten aus dem Nahen Osten erhöhte. Diese Entwicklung verstärkte die Sorgen und die Aufwärtsrisiken für die US-Zinsen, nachdem der auf die Inflationsbekämpfung fokussierte Vorsitzende Kevin Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium am Wochenende Zinserhöhungen für die nächste Sitzung der Federal Reserve in Aussicht gestellt hatte. Die impliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Zinserhöhung im laufenden Monat kletterten im US-Handel auf 68 %; damit hat sich die Wahrscheinlichkeit gegenüber dem Stand vor Warshs Rede in Jackson Hole nahezu verdoppelt.
Die Märkte dürften darauf hoffen, dass die jüngste Zuspitzung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran lediglich einen weiteren Versuch der Trump-Regierung darstellt, nach dem Prinzip „Eskalation zur Deeskalation“ zu handeln. Die Rhetorik von Präsident Trump auf Truth Social nimmt einen geradezu apokalyptischen Ton an, der an frühere „TACO“-Momente erinnert. Auch der Rohölpreis bewegt sich in Bereichen, die für frühere „TACO“-Trades typisch waren; so notiert Brent-Öl nahe der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.
Die asiatische Region, die stark auf US-Zinsen und den weltweiten Ölpreis reagiert, erscheint angesichts der für den heutigen Handelstag signalisierten Kursverluste – worauf auch die Futures hindeuten – anfällig für einen weiteren Rücksetzer. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Anstiegs der Anleiherenditen; so kletterte beispielsweise die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen auf über 3 %. Zudem tagt die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ), wobei der Markt eine Zinserhöhung am heutigen Tag bereits als so gut wie sicher einpreist. Mit Spannung erwartet werden die aktualisierten Prognosen und Kommentare der RBNZ, zumal die Zinsmärkte angesichts einer erhöhten und über dem Zielwert liegenden Inflation bereits weitere Zinsschritte vorwegnehmen.
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