IW-Direktor zur Wirtschaftspolitik - Über die Krise hinaus blicken
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Köln (ots) -
Die Wirtschaftspolitik in Deutschland sollte sich im neuen Jahr
"neben der passiven Konjunkturunterstützung durch die Hinnahme
konjunkturbedingter Defizite im Staatshaushalt auf das Kernproblem
konzentrieren: die gefährdete Liquiditätslage der Unternehmen,
besonders der industriellen Branchen." Dies unterstreicht Michael
Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, in
seinem Ausblick auf das Jahr 2010. Entsprechend fordert er, die
Verringerung substanzbesteuernder Elemente in den Unternehmenssteuern
konsequenter zu vollziehen. Der IW-Direktor betont zudem die
Notwendigkeit, über die Krise hinaus zu blicken. Dabei sollte sich
die Wirtschaftspolitik einer neuen Problemstellung bewusst sein: Je
länger sich die Investitionsschwäche hinzieht, desto mehr schwindet
ein Hinderungsgrund gegen Standortverlagerungen - das Argument der
irreversiblen Kosten. Deshalb komme es beim nächsten
Investitionszyklus sehr darauf an, den Unternehmen überzeugende
Gründe dafür zu bieten, weiterhin in Deutschland zu investieren, so
Hüther. Die Bundesregierung sollte deshalb ihr Bemühen um gute
Standortbedingungen schnell glaubwürdig werden lassen. Dazu gehört
auch, dass aus der Politik für Krisenzeiten sukzessive wieder eine
Politik für die Normalität wird. Eine solche Normalisierung ist
einerseits bei der Geldpolitik geboten, andererseits bei der
Finanzpolitik - dort muss es insbesondere gelingen, einen
überzeugenden Konsolidierungspfad ab 2011 zu definieren.
Wir wünschen allen Lesern ein gutes neues Jahr!
Originaltext: Institut der deutschen Wirtschaft Köln - IW Köln
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