Capital | Alle Augen auf den SpaceX-Börsengang - eine Woche voller bedeutender Ereignisse und Risiken
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Ölpreise schwanken, Wall Street erholt sich nach jüngsten „TACO“-Daten
- Zinsrisiken bleiben nach US-Erzeugerpreisen und EZB-Zinserhöhung bestehen
Investmentfonds.de | Die Märkte sind erneut in das Hin und Her der gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen den USA und dem Iran geraten. In einer Situation, die an eine erneute „TACO“-Wendung erinnert, behauptete US-Präsident Trump, die USA und der Iran hätten „Gespräche und letzte Details“ eines Friedensabkommens gebilligt – und rückte damit von seiner noch am selben Tag geäußerten Drohung ab, eine weitere Angriffswelle gegen das Regime zu starten. Der Iran und Israel wiesen diese Behauptungen umgehend zurück; Trump hatte zuvor behauptet, Israel sei an dem Abkommen beteiligt gewesen und habe diesem zugestimmt. Dennoch führten der Verzicht auf neue Militärschläge und das erneute, deutliche Signal, dass Präsident Trump offenbar kaum Interesse an einer Eskalation des Konflikts hat, zu einem Rückgang der Rohölpreise und verliehen risikoreicheren Anlageklassen neuen Auftrieb. Betrachtet man jedoch das Gesamtbild, so bleibt die Straße von Hormus ein Risikofaktor für die globalen Energiemärkte.
Die heftigen Kursschwankungen an der Wall Street zeugen von einem Markt, der sich inmitten einer Neuorientierung befindet, während die Volatilität in beide Richtungen anhält. Dies deutet darauf hin, dass die Aktienmärkte noch nicht über den Berg sind, da Volatilität und Abwärtsrisiken voraussichtlich bestehen bleiben. Der fundamentale Grund für den Kursrückgang an der Wall Street liegt in den gestiegenen Erwartungen hinsichtlich künftiger Zinserhöhungen durch die US-Notenbank (Fed). Diese Dynamik wurde durch die jüngsten Daten zum US-Erzeugerpreisindex unterstrichen: Zwar lagen die Werte auf Kernbasis unter den Erwartungen, doch signalisierten die in den PCE-Preisindex einfließenden Komponenten weiterhin einen hartnäckigen Preisdruck. Auch der globale Charakter des Wiederauflebens der Inflation zeigte sich deutlich: Die Europäische Union hob die Zinsen um 25 Basispunkte an, erhöhte ihre Inflationsprognosen und signalisierte die feste Absicht, die Zinsen weiter zu steigern.
Nach den starken Vorgaben der Wall Street dürften die asiatischen Märkte die Woche voraussichtlich positiv abschließen. Hinsichtlich Unternehmensmeldungen und Wirtschaftsdaten sind kaum marktbewegende Ereignisse zu erwarten. Händler dürften jedoch den prall gefüllten Terminkalender der kommenden Woche im Blick behalten, der unter anderem eine Entscheidung der US-Notenbank (Fed) vorsieht – die erste unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Großes Augenmerk liegt zudem auf dem Börsengang von SpaceX; das Unternehmen geht heute an die Börse – ein Schritt, der voraussichtlich der größte der Geschichte sein wird. Angestrebt wird eine Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar, wobei erste Anzeichen darauf hindeuten, dass allein das Interesse von Privatanlegern ausreichen könnte, um das angestrebte Emissionsvolumen von 75 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Auch wenn sich die Aktie zum Börsenstart gut entwickeln könnte, stellt sich die entscheidende Frage, ob das Unternehmen bei einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar – und angesichts der aktuellen Verlustsituation – diese Bewertung tatsächlich rechtfertigt.
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