Capital | USD/JPY im Fokus
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de | Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran stützt weiterhin die Marktstimmung; er trägt dazu bei, die Ölpreise nahe ihren jüngsten Tiefstständen zu halten, und ermöglicht es den Aktienmärkten, sich nach der Volatilität der vergangenen Woche zu stabilisieren. Auch wenn gelegentliche Berichte über erneute Spannungen kurzzeitige Bewegungen an den Energiemärkten ausgelöst haben, gehen Anleger weiterhin von einer relativ geordneten Wiederöffnung der Straße von Hormus und einer schrittweisen Normalisierung der weltweiten Ölströme aus. Der Fokus verlagert sich zunehmend wieder auf den Wirtschaftskalender. Der am Donnerstag anstehende US-Arbeitsmarktbericht (außerhalb der Landwirtschaft) ist das wichtigste Ereignis der Woche; die Märkte suchen dabei nach einer Bestätigung für die anhaltende Widerstandsfähigkeit des Arbeitsmarktes. Nach der ersten Sitzung der Federal Reserve unter Beteiligung von Kevin Warsh dürften die Anleger sensibler auf eingehende Daten reagieren – insbesondere auf Anzeichen dafür, dass sich der Inflationsdruck in der Wirtschaft festgesetzt hat. Ein stärkerer Arbeitsmarkt würde die Erwartung untermauern, dass die Fed es sich leisten kann, ihren restriktiven Kurs länger beizubehalten, während schwächere Zahlen die Märkte dazu veranlassen könnten, die Wahrscheinlichkeit weiterer Straffungsmaßnahmen neu zu bewerten.
Das Währungspaar USD/JPY hat seine Aufwärtsbewegung über die Marke von 162 hinaus fortgesetzt und neue Höchststände seit mehreren Jahrzehnten erreicht, da die Divergenz zwischen der US-amerikanischen und der japanischen Geldpolitik weiterhin die Marktlage bestimmt. Ein stärkerer US-Dollar – gestützt durch die Erwartung, dass die Federal Reserve die Zinsen länger auf einem hohen Niveau belassen wird – hat die jüngste Zinserhöhung der Bank of Japan mehr als ausgeglichen. Aus technischer Sicht verbleibt das Paar in einem starken Aufwärtstrend, wenngleich der jüngste Kursanstieg auch Spekulationen über staatliche Interventionen neu entfacht hat; die japanischen Behörden bekräftigten dabei ihre Bereitschaft, auf übermäßige Währungsschwankungen zu reagieren. Auch wenn erneute Interventionsdrohungen die kurzfristige Volatilität erhöhen könnten, zeigt die Erfahrung, dass die Auswirkungen wahrscheinlich nur von vorübergehender Natur sein dürften – es sei denn, sie gehen mit einer grundlegenderen Änderung der Geldpolitik oder der Zinsdifferenzen einher.
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