Swisscanto/ZKB | US-Dollar schwächelt – das sind die neuen Favoriten
Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto/ZKB
Investmentfonds.de - FRANKFURT, 3. September 2026. Steigende Renditen und die jüngsten Eingriffe der USA sorgen an den Anleihe- und Devisenmärkten für erhöhte Nervosität. Der US-Dollar schwächelt, während Edelmetalle, insbesondere Silber, Momentum aufbauen. Das Gewinnwachstum bei Aktien ist weiterhin stark und vor allem die Schwellenländer sind attraktiv. Aber auch Kanada und Australien bieten interessante Chancen. Die wichtigsten Trends im Überblick:
- Edelmetalle legten im August kräftig zu und brachen wichtige Schwellenwerte. Beispielsweise überschritt Gold die Marke von 4.500 US-Dollar je Feinunze. Und auch die ETF-Flows ziehen an. Wir kaufen Silber dazu, denn wir sehen hier sogar größeres Potenzial als bei Gold.
- Aufgrund der Eingriffe des US-Finanzministeriums nimmt der Trend weg vom US-Dollar nach etwa einem Jahr Pause wieder Fahrt auf. Wir reduzieren deshalb unsere US-Dollarquote in den Portfolios und bauen dafür den australischen Dollar und den Euro auf.
- Nach der deutlichen Korrektur im Juli sind Schwellenländeraktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 nun deutlich günstiger bewertet. Das Gewinnwachstum bleibt 2026 mit 70 Prozent sehr stark. Nachdem die Bewertungen der Überflieger aus Korea und Taiwan etwas nachgegeben haben, erhöhen wir jetzt unser Übergewicht.
- In Kanada stufen wir die Sektoren Finanzwesen, Energie und Rohstoffe aktuell als attraktiv ein. Dies entspricht auch dem Aktienindex des Landes, weshalb wir hier taktisch unser Übergewicht erhöhen. Der aktuelle Handelsstreit mit den USA ist für diese Aktien weniger relevant.
- Bei ausländischen Anleihen halten wir weiterhin an einer hohen Duration fest, stufen aber Australien aktuell als attraktiver ein als die USA. Denn: Australische Anleihen bieten Renditen von 5,0 Prozent, das Land ist mit 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nur gering verschuldet und die Wirtschaft schwächt sich ab.
Anleihen: US-Interventionen verunsichern Anleger
Das US-Finanzministerium zeigte sich im August von seiner aktivistischen Seite: Zuerst stützte es in Zusammenarbeit mit der Bank of Japan den Yen, danach kündigte es verstärkte Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen an. Damit soll die Zinskurve abgeflacht und die Zinslast der US-Regierung reduziert werden. Beide Effekte sind aber schnell verpufft und zeugen von einer gewissen Nervosität. In der Folge hat der US-Dollar rund 3,0 Prozent verloren, während sowohl klassische sichere Häfen wie Edelmetalle als auch Kryptowährungen deutlich zulegten – ein Indiz dafür, dass Anlegerinnen und Anleger ihr Vertrauen in den US-Dollar verlieren oder sich absichern wollen.Wir sehen die Gründe für den starken Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen allerdings nicht primär bei Sorgen um die Inflation oder die Staatsverschuldung. Zum einen bleiben die Inflationserwartungen stabil; zum anderen sind auch die Renditen von Staatsanleihen niedrig verschuldeter Länder deutlich angestiegen. Es handelt sich daher eher um ein globales Zinsphänomen als um ein isoliertes US-Problem.
Da die Rendite von 30-jährigen US-Staatsanleihen aber nach oben ausgebrochen ist, reduzieren wir dort das Risiko und verschieben unseren Fokus nach Australien. Grundsätzlich halten wir Staatsanleihen bei den aktuell hohen Realrenditen aber weiterhin für attraktiv und bleiben übergewichtet.
Aktien: Tech-Aktien erholen sich, Minenaktien und Banken interessant
Wir hatten erwartet, dass sich Tech-Aktien erholen werden. Im August hat sich diese Voraussage bewahrheitet. Die Erholung dürfte auch im September noch anhalten. Deshalb bleiben wir hier übergewichtet und kaufen bei Schwellenländern nochmals dazu. Neben Technologie schätzen wir Banken und Minenaktien als interessant ein. Das gilt insbesondere für Kanada, weshalb wir dort zulasten von Small Caps dazukaufen. Schweizer Aktien sind weiterhin zu teuer und defensiv. Deswegen bleiben wir dort untergewichtet. Bei europäischen Aktien sind wir neutral positioniert. Die Konjunktur gewinnt zwar an Fahrt, allerdings dürfte der starke Euro die Gewinnentwicklung belasten. Europäische Banken sind nach einem sensationellen Run von über 200 Prozent in 3 Jahren nun etwas überkauft und teuer.- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Swisscanto/ZKB) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Swisscanto/ZKB)
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