Capital | Goldene Augen $5.000, als Warsh die Hauptbühne betritt
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Gold hat die Woche stark begonnen, da das Edelmetall über 4.600 $ steigt, was eine beeindruckende Erholung im August verlängert und den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten erreicht. Dieser Anstieg folgt auf einen Gewinn von mehr als 5 % in der letzten Woche und spiegelt eine Mischung aus einem schwächeren US-Dollar, etwas Entspannung bei den Staatsanleiherenditen und nachlassenden Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen sofort erhöhen muss, wider.
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Die Erholung des Goldes fand vor dem Hintergrund von Turbulenzen auf dem US-Anleihemarkt statt. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen bleiben historisch hoch, mit der 10-jährigen bei rund 4,7 % und der 30-jährigen über 5,2 %, haben aber nach den Entscheidungen des Finanzministeriums, die Liquiditätsstützungs-Rückkäufe auszuweiten, von ihren jüngsten Spitzenwerten nachgegeben. Gleichzeitig schwächte sich der Dollar letzte Woche stark ab. Beide Entwicklungen haben dem Gold etwas Luft verschafft: niedrigere Renditen senken die Opportunitätskosten, eine nicht verzinsliche Anlage zu halten, während ein schwächerer Dollar Gold für internationale Käufer relativ attraktiver macht.
Die Veränderung der Erwartungen an die Fed war ebenfalls wichtig. Aktuelle Daten zu Beschäftigung und Inflation haben das Argument für eine sofortige Zinserhöhung geschwächt, obwohl die Inflation immer noch hoch genug ist, um weitere Straffungen nicht vom Tisch zu nehmen. Diese Unterscheidung ist für Gold relevant. Der Markt muss nicht unbedingt aggressive Lockerungen durch die Fed einpreisen, damit Gold gut abschneidet; allein die Beseitigung der Drohung einer unmittelbaren Straffung kann den Aufwärtsdruck auf die Realrenditen und den Dollar verringern.
Jackson Hole wird zum nächsten großen Test
Das rückt die erste Rede von Kevin Warsh als Fed-Chef auf dem Jackson Hole Symposium fest ins Zentrum des Ausblicks dieser Woche. Warsh soll am Freitag eine Grundsatzrede halten, und die Märkte werden nach mehr Klarheit sowohl zu seiner Einschätzung der Inflation als auch zum breiteren „Regimewechsel“ suchen, den er bei der Fed befürwortet hat. Er war zurückhaltend, konventionelle Forward Guidance zu geben, was bedeutet, dass sich die Rede eher auf die Reaktionsweise der Fed und langfristige Philosophie konzentrieren könnte, als explizit zu signalisieren, was die Entscheidungsträger im September tun werden. Für Gold ist wichtig, wie die Anleihe- und Währungsmärkte seine Botschaft interpretieren.Ein relativ ausgewogener Warsh, der die jüngste Abschwächung der Wirtschaftsdaten anerkennt und die Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung auf Abstand hält, könnte es ermöglichen, dass Renditen und der Dollar begrenzt bleiben, was womöglich die Erholung von Gold verlängert. Eine stärkere Betonung der anhaltenden Inflation und die Möglichkeit, dass die Politik immer noch straffen muss, würde ein schwierigeres Umfeld darstellen, besonders nach einem so schnellen Anstieg des Bullenmarkts. Warsh steht auch einem schwierigen Anleihemarkt gegenüber. Die langfristigen Renditen bleiben trotz der Ausweitung des Rückkaufprogramms durch das Finanzministerium hoch, was darauf hindeutet, dass Investoren eine höhere Vergütung verlangen, um Duration angesichts hoher Staatsverschuldung, fiskalischer Unsicherheiten und anhaltender Inflationsrisiken zu halten.
Vor dem Treffen in Jackson Hole werden die Anleger ein weiteres wichtiges Puzzleteil erhalten. Die PCE-Inflation für Juli steht am Mittwoch an, zusammen mit der zweiten Schätzung des BIP für das zweite Quartal. Die PCE ist besonders wichtig, weil sie der bevorzugte Inflationsindikator der Fed ist, und die zuletzt verfügbaren Zahlen zeigten, dass die PCE im Juni im Jahresvergleich bei 3,7 % lag. Unterdessen sorgt die geopolitische Unsicherheit weiterhin für eine gewisse Grundstütze. Die Spannungen rund um den Iran und die Straße von Hormus sind nach wie vor ungelöst, während Washington zusätzliche Sanktionen gegen Teheran vorbereitet. Iran hat gewarnt, dass weiterer wirtschaftlicher Druck zusätzliche Störungen bei den Energieexporten aus dem Golf auslösen könnte, wodurch sowohl das Öl- als auch das Risikoaufschlagspotenzial als sicherer Hafen erhalten bleiben.
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