Capital | US-Inflationsdaten rücken in den Fokus, während die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen in den USA steigt
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Rohölpreise steigen angesichts zunehmender Risiken für die globalen Energiemärkte
- Wall Street gibt nach, Edelmetalle brechen angesichts stark steigender Anleiherenditen ein US-Inflationsdaten rücken in den Fokus, während die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen in den USA steigt
Investmentfonds.de - Die Rohölpreise sind deutlich gestiegen und setzen damit die Aktienmärkte unter Druck, während zugleich die Erwartungen an Zinserhöhungen in den USA zunehmen. Der kräftige Anstieg der Ölpreise schürt erneut ernsthafte Sorgen über die Aussichten für das globale Wachstum und die Inflation.
Die Preisentwicklung am Ölmarkt weist zunehmend unangenehme Parallelen zur Volatilität zu Beginn des US-Iran-Krieges auf. Damals führten militärische Angriffe und die Aussicht auf einen langwierigen Konflikt dazu, dass die Märkte ein erhebliches Risiko für die globale Energieversorgung einpreisten.
Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach er davon ausgehe, dass der Krieg erst nach den US-Zwischenwahlen enden werde – beinahe im Stil eines Wahlversprechens –, haben Befürchtungen geweckt, dass sich die USA auf einen Konflikt einstellen, der in seiner derzeitigen Form mindestens bis zum Jahresende andauern könnte.
Unterdessen gehen die Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus weiter. Noch beunruhigender könnte jedoch sein, dass die Huthi-Kräfte nach eigenen Angaben die Kontrolle über Bab al-Mandab übernommen haben, einen weiteren strategisch wichtigen Engpass für den Energiehandel, im Rahmen ihrer Auseinandersetzungen mit Saudi-Arabien. Dies könnte den bereits bestehenden Energieschock weiter verschärfen.
Die stark gestiegenen Ölpreise haben an den Zins- und Rentenmärkten eine deutliche Bewegung ausgelöst. Die daraus resultierenden Folgewirkungen belasteten die Aktienmärkte und führten zugleich zu einem kräftigen Einbruch bei den Edelmetallen.
Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg um rund 15 Basispunkte auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Gleichzeitig erhöhten die Zinsmärkte die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche auf rund 70 %.
Diese Entwicklung fällt zeitlich mit den wichtigen US-Inflationsdaten zusammen. Die für heute erwarteten Verbraucherpreise (CPI) dürften eine leichte Abschwächung der Kerninflation auf 2,4 % zeigen. Die Daten könnten damit entscheidend dafür sein, ob die Fed bereits in der kommenden Woche die Zinsen anhebt oder zunächst noch etwas abwartet.
Dem gingen bereits die US-Erzeugerpreise (PPI) voraus. Diese verfehlten die Erwartungen auf Kernbasis zwar nur geringfügig nach unten, signalisierten jedoch einen deutlichen, durch die Energiepreise getriebenen Anstieg der Unternehmenskosten.
Neben der Entwicklung an den Energiemärkten und den Inflationsaussichten wurde der Aufwärtsdruck auf die Renditen zudem verstärkt, nachdem das Rückkaufprogramm des US-Finanzministeriums mit einem Volumen von knapp 6 Mrd. US-Dollar leicht hinter den Markterwartungen zurückblieb.
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