Leverage Shares | Goldrallye ist Zeichen eines strukturellen Wandels
Violeta Todorova, Senior Research Analyst bei Leverage Shares & Income Shares
- Goldrallye ist Zeichen eines strukturellen Wandels
- Preis je Feinunze überschreitet historischen Meilenstein von 5.000 US-Dollar – Kursziel von 6.000 Dollar kein unkonventioneller Standpunkt
- Zentralbanken und institutionelle Investoren treiben Nachfrage
- Geopolitische Risiken und schwindendes Vertrauen in Fiat-Währungen verändern Sicherheitsverständnis
- Edelmetall profitiert von schrittweisen Neubewertung monetärer Risiken
Investmentfonds.de - Frankfurt, 30. Januar 2026 – Der Anstieg des Goldpreises über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze ist weit mehr als eine spektakuläre Schlagzeile. Er ist ein Signal. Die Märkte treiben nicht einfach den Preis eines Edelmetalls nach oben, sondern bewerten Vertrauen, Währungsstabilität und geopolitische Risiken neu – und das in Echtzeit. Angesichts der derzeit wirkenden Kräfte erscheint dieser Preissprung weniger als Ausdruck spätzyklischer Euphorie, sondern vielmehr als Zeichen eines strukturellen Wandels, der das Jahr 2026 prägen könnte.
Die Geschwindigkeit der Rallye ist bemerkenswert. Innerhalb von nur rund drei Monaten stieg Gold von 4.000 auf über 5.000 US-Dollar je Unze, während Silber parallel die Marke von 100 US-Dollar überschritt. Historisch betrachtet lösen derart steile Bewegungen schnell Skepsis aus. Doch die treibenden Kräfte hinter diesem Anstieg unterscheiden sich deutlich von früheren spekulativen Phasen.
Keine Blase, sondern eine Umschichtung
Was den aktuellen Zyklus fundamental unterscheidet, ist die Zusammensetzung der Käufer. Institutionelle Investoren zeigen sich weiterhin konstruktiv, während sich Zentralbanken als konstanteste und einflussreichste Nachfragequelle etabliert haben. Es handelt sich nicht um kurzfristiges Kapital, das Momentum jagt, sondern um langfristige, strategische Umschichtungen in einer fragmentierten Weltordnung. Gold profitiert von einer seltenen Konvergenz mehrerer Faktoren: anhaltende geopolitische Spannungen, eine beschleunigte Akkumulation durch Zentralbanken und eine schleichende Erosion des Vertrauens in Fiat-Währungen, insbesondere in den US-Dollar. Zusammengenommen verändern diese Kräfte die Definition dessen, was Investoren heute als „sicher“ betrachten. Kurzfristige Volatilität und Rücksetzer bleiben wahrscheinlich. Doch der übergeordnete Trend ist intakt. Hohe Bewertungen an den Aktienmärkten, anhaltende Stärke bei Rohstoffen und anhaltende Zweifel an der geld- und fiskalpolitischen Unabhängigkeit sprechen weiter für ein attraktives Risiko-Ertrags-Profil von Gold.Zentralbanken senden ein klares Signal
Die wohl stärkste Bestätigung für die langfristige Relevanz von Gold kommt von den Zentralbanken selbst. Die offiziellen Goldkäufe blieben im gesamten Jahr 2025 robust, angeführt von Notenbanken aus den Schwellenländern. Länder wie Polen, China, die Türkei, Brasilien und Kasachstan traten als bedeutende Käufer auf – Ausdruck eines zunehmenden Bestrebens, Währungsreserven stärker vom US-Dollar zu diversifizieren. Besonders prägend für die Marktpsychologie ist Chinas ununterbrochene Kaufserie, die inzwischen seit über drei Jahren anhält. Zentralbanken handeln keine Schlagzeilen, sie handeln Regime. Ihr Verhalten deutet darauf hin, dass Gold wieder als zentrales monetäres Asset betrachtet wird, nicht nur als Absicherung für Krisenzeiten. Diese stetige, weitgehend preisunabhängige Nachfrage schafft eine strukturelle Unterstützung, die in früheren Goldzyklen in dieser Form nicht existierte.Schocks durch Geopolitik werden zur neuen Normalität
Geopolitische Risiken haben sich von episodischen Schocks zu einem systemischen Faktor entwickelt. Der Krieg in der Ukraine, Spannungen in Gaza, Iran, Venezuela, Grönland oder auch Mexiko, neue Handelsdrohungen sowie strategische Konflikte zwischen den USA und Europa haben Unsicherheit mittlerweile zur Grundkonstante gemacht. Die Reaktion der Märkte folgt dieser Entwicklung. Gold gewinnt gerade durch das, was es nicht ist: Es ist keine Verbindlichkeit, nicht von fiskalischer Disziplin abhängig, nicht politischen Durchsetzungsmechanismen ausgesetzt und keinem fremden Bilanzrisiko unterworfen.Selbst wenn einzelne Konfliktherde deeskalieren sollten, dürfte das übergeordnete Gefühl geopolitischer Fragilität bestehen bleiben. Die großen Weltmächte befinden sich mitten in einer Neuordnung ihrer globalen Einflusszonen. Ein Prozess, der Zeit braucht und Unsicherheit erzeugt.
Schleichender Vertrauensverlust des US-Dollars
Kurzfristig wurde die Goldpreisentwicklung zuletzt auch durch eine Schwäche des US-Dollars begünstigt. Der entscheidendere Treiber ist jedoch struktureller Natur. Anhaltend hohe Haushaltsdefizite, steigende Schuldenlasten und eine zunehmend nach innen gerichtete US-Politik nagen schrittweise an der „Vertrauensprämie“ des Dollars.Es geht dabei nicht um einen abrupten Verlust des Reservewährungsstatus, sondern um Diversifikation. Mit wachsendem Kapital, das Alternativen zu fiatbasierten Systemen sucht, profitiert Gold überproportional. Die Nachfrage nach „Nicht-Fiat-Assets“ nimmt zu – und Gold bleibt die liquideste und global akzeptierteste Option.
Silber folgt Gold, aber mit höherer Volatilität
Silber ist dem Goldpreis nach oben gefolgt, allerdings mit deutlich höherer Volatilität. Die industrielle Nachfrage im Zuge der Energiewende, der Elektrifizierung und des KI-Ausbaus liefert eine solide fundamentale Basis, während das Angebotswachstum begrenzt bleibt. Gleichzeitig deuten technische Indikatoren darauf hin, dass Silber kurzfristig überdehnt ist und sensibler auf Stimmungsumschwünge reagiert. Im Gegensatz zur stabileren, institutionell geprägten Nachfrage bei Gold dürfte der Weg von Silber holpriger verlaufen.Konsolidierung im Jahr 2026 wahrscheinlich, Trend intakt
Nach einer derart starken Rallye wäre eine Phase der Konsolidierung gesund. Kurzfristige Korrekturen infolge von Gewinnmitnahmen sind zu erwarten, insbesondere bei zunehmend überfüllten Positionierungen. Doch solange es keine deutliche Verbesserung bei globalem Wachstum, fiskalischer Disziplin und geopolitischer Kooperation gibt – eine hohe Hürde –, bleibt das strukturelle Argument für Gold überzeugend.Ein Kursziel von 6.000 US-Dollar bis Ende 2026 ist inzwischen kein unkonventioneller Standpunkt mehr, sondern Teil der breiteren Marktdiskussion. Einige Prognosen gehen noch darüber hinaus und spiegeln die Einschätzung wider, dass es sich in diesem Zyklus weniger um Inflation als um eine Neubewertung monetärer Risiken handelt.
Gold als Spiegel einer sich wandelnden Weltordnung
Ein Goldpreis oberhalb von 5.000 US-Dollar ist kein Urteil über Inflation allein und keine bloße Reaktion auf Kriegsschlagzeilen. Er reflektiert eine Welt, die Stabilität, Vertrauen und die Rolle von Geld neu bewertet. Solange Zentralbanken weiter kaufen, fiskalische Belastungen steigen und geopolitische Unsicherheiten ungelöst bleiben, wirkt die Goldrallye weniger wie Euphorie, denn als notwendige Anpassung. Die entscheidende Frage für 2026 lautet daher nicht, wie hoch Gold steigen kann, sondern warum so viele Investoren inzwischen das Bedürfnis verspüren, es zu halten.****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Leverage Shares). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Leverage Shares).
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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