ODDO BHF | Investment-Strategie: Positive Signale überschatten den Pessimismus
Laurent Denize, Co-CIO von ODDO BHF und Global CIO von ODDO BHF Asset Management
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 27.01.2026 - War das vergangene Jahr schlicht zu gut, um wahr zu sein? „Trotz geopolitischer Spannungen, erratischer Zollpolitik und dem konfrontativen Regierungsstil von Donald Trump präsentierten sich die globalen Aktienmärkte erstaunlich robust. Besonders die Börsen der Schwellenländer zählten zu den Gewinnern, und auch Unternehmensanleihen lieferten überzeugende Renditen“, schreibt Laurent Denize, Co-CIO von ODDO BHF und Global CIO von ODDO BHF Asset Management, in seiner aktuellen Investmentstrategie. Doch hinter der Rally wuchs die Skepsis. Der Goldpreis kletterte in unerkannte Höhen – ein deutliches Signal für wachsende Krisenabsicherung. Gleichzeitig büßte der US-Dollar an Stärke ein, was nahelegt, dass internationale Investoren das Vertrauen in die politische Stabilität der USA und die Verlässlichkeit der Regierung zunehmend hinterfragen. „Vor diesem Hintergrund bleiben Anlagealternativen jenseits der USA gefragt“, so Denize.
Rückenwind für Konjunktur und Aktienmärkte in den USA
Für 2026 stellt sich die Frage, ob sich der Bullenmarkt fortsetzt oder die hohen Bewertungen im Technologiesektor eine Wende erzwingen. Denize macht in den USA gemischte Signale aus. Am Arbeitsmarkt zeichne sich eine Abkühlung ab: Die Arbeitslosenquote kletterte zwischen April und November um 0,4 % und auch das Stellenwachstum verliert an Dynamik. Gleichzeitig hat sich das Inflationsrisiko trotz höherer Zölle nicht verschärft – die Märkte rechnen daher mit mehreren Zinssenkungen im laufenden Jahr. Zusammen mit den einkommenssteigernden Impulsen der „One Big Beautiful Bill“ dürfte das der Konjunktur wie auch den Aktienmärkten kräftigen Rückenwind verschaffen. Zudem stützt der Konsum, der insgesamt zwar stagniert, in höheren Einkommensklassen aber durch steigende Vermögenswerte und erwartete Steuererleichterungen stabil bleibt. Trotz eines historisch hohen geschätzten 12-Monats-KGV im S&P 500 sind die freien Cashflows und die Eigenkapitalrenditen in weltweit beispiellosem Maße gestiegen, was diese Bewertungen teilweise rechtfertigt.Risiken bei gegenseitiger Finanzierung in der Technologiebranche
Kurzfristig spricht vieles für ein Festhalten an KI-Investments. „Anders als in früheren Bewertungsblasen ist die Marktstimmung heute weniger euphorisch, eher vorsichtig“, so Denize. Die jährlichen Gewinne von US-Technologiewerten waren vor dem Kollaps der Dotcom-Blase noch dreistellig - 2025 beliefen sie sich auf 19 Prozent. Auch die Fundamentaldaten bleiben robust: Für 2026 werden steigende Umsätze und ein Gewinnwachstum von rund 15 Prozent erwartet. Ein Risiko zeichnet sich jedoch ab. Einige große Tech-Konzerne finanzieren ihre enormen Investitionen zunehmend über komplexe Strukturen. Durch Kreisfinanzierungen zwischen Anbietern und Nutzern von KI-Rechenkapazität werden Einnahmen teilweise künstlich aufgebläht. „Diese Modelle sind anfällig, sobald sich Rahmenbedingungen ändern und interne Zinsfüße korrigiert werden müssen – Kursverluste können die Folge sein, selbst wenn die Unternehmen operativ solide bleiben“, warnt Denize.„Entscheidend für den US-Aktienmarkt bleibt aus unserer Sicht auch in diesem Jahr die Kombination aus KI-Dynamik und Geldpolitik“, bemerkt Denize. Hält die KI-Euphorie an und bleibt die Notenbank unterstützend, spreche viel für Technologie- und wachstumsstarke Qualitätstitel. Erholt sich die Konjunktur, dürften zudem Zykliker und Small Caps profitieren. Wird die Geldpolitik hingegen restriktiver als erwartet und nimmt die KI-Skepsis zu, rücken defensive, schwankungsarme Werte in den Vordergrund.
Europäischer Binnenmarkt mit Wachstumschancen
In Europa rücken vor allem jene Unternehmen in den Fokus, die von einer Belebung der Binnenwirtschaft profitieren könnten. Rückenwind dürfte dabei von bereits beschlossenen, schuldenfinanzierten Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung kommen. In diesem Jahr sollte die konjunkturelle Wirkung zunehmend spürbar werden. „Sollte die Umsetzung stocken und das ohnehin verhaltene Wachstum weiter abkühlen, hätte die EZB weiterhin Spielraum für unterstützende Zinssenkungen“, schreibt Denize. Für die exportorientierten Branchen, die unter US-Protektionismus und wachsender Konkurrenz aus China leiden, ist hingegen kaum Besserung in Sicht. Entsprechend rücken stärker binnenmarkt-orientierte Sektoren wie Versorger und Finanzwerte ins Zentrum. Zudem bleiben Rüstungstitel attraktiv – nicht zuletzt, weil viele Anleger hier bislang unterinvestiert sind.Südostasien auf der Überholspur
„Südostasien bleibt für global orientierte Investoren unverzichtbar: 69 der 100 größten Städte liegen in der Region, die dank günstiger Rohstoffe, Arbeitskräfte und Kapital langfristig höhere Wachstumschancen bieten sollte als Europa“, betont der CIO von ODDO BHF AM. Besonders interessant sind Südkorea, das bislang kaum vom KI-Hype erfasst wurde, sowie Indien als diversifizierende Alternative zu klassischen Tech-Investments. Jedoch seien Anlagen in Schwellenländer mit Risiken verbunden, wie höherer Volatilität, politischer Unsicherheit oder Fremdwährungsschwankungen.Kurzlaufende Anleihen minimieren Risiken
Im Anleihebereich setzt Denize in den USA und Europa auf eine neutrale Duration. In Kerneuropa sprechen stagnierende Zinssenkungen, eine nahe am Zielwert liegende Inflation und ein schwaches Wachstum dafür. In den USA hält sich die neutrale Position durch das Gleichgewicht zwischen höherer Inflation und einem abkühlenden Arbeitsmarkt. Risiken bleiben hohe Emissionsvolumina, zunehmende Staatsverschuldung und eine mögliche Umkehr des japanischen Carry Trades. Unternehmensanleihen zeigen enge Spreads, das Renditeniveau ermöglicht aber weiterhin attraktiven Carry. „In Bezug auf Unternehmensanleihen insgesamt und insbesondere High-Yield-Titel bleiben wir vorsichtig: Die Spreadausweitung reicht kaum aus, um die höheren Risiken auszugleichen“, begründet Denize. Zur Begrenzung der Risiken (Duration und Ausfallrisiken) bleiben daher kurzlaufende Investment-Grade- und Hochzinsanleihen unsere bevorzugte Wahl.Währungsseitig sprechen die aktuellen politischen Spannungen in den USA für einen weiter schwächelnden Dollar. Der Euro sollte davon profitieren, ebenso Gold als Absicherungsinstrument. Bitcoin gewinne zwar als Anlageklasse an Bedeutung, sei jedoch kein verlässlicher Hedge in allen Marktphasen. „Dennoch glauben wir, dass Kryptowährungen langfristig ihren Platz in der Asset Allocation finden könnten – als diversifizierende Alternative zu klassischen Währungen“, ergänzt Denize. Ähnlich wie Gold könnten diese eine seriöse Anlage-Option werden. Doch so weit sind wir Denize zufolge noch nicht.
Verfrühte Schwarzmalerei nicht gerechtfertigt
Um von der Wertschöpfung von Technologieunternehmen zu profitieren, sollte der Fokus weiter auf den USA und Südostasien liegen, allen voran auf China. Wer nach Diversifikation jenseits der USA suche, findet sie im sich stabilisierenden Europa und in der Wachstumsregion Asien. „Wir rechnen nicht mit einer platzenden Blase, sondern mit einer Fortsetzung des Bullenmarkts“, schreibt Denize. Die unterstützende Geld- und Fiskalpolitik schafft ein günstiges Umfeld für eine anhaltende Reflation der Vermögenspreise. „Solange keine deutlichen Signale für eine Trendwende erkennbar sind, gilt es der Versuchung zu widerstehen, vorschnell aus einem Zug auszusteigen, dessen Dynamik derzeit kaum kontrollierbar oder verlässlich abschätzbar ist“, rät Denize.****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
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