Maverix | Märkte als Machtprobe – können Anleger Trump stoppen?
Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities AG
Investmentfonds.de - Die jüngste Grönland-Episode zeigt, die Finanzmärkte können Donald Trump zwar spürbar disziplinieren, aber nicht zähmen. Zunächst reagierten Risikoanlagen und US-Renditen deutlich, ehe der Ton wieder entschärft wurde. Es ist das bekannte Muster: Maximaldrohung → Marktreaktion → Rückzieher oder Deal-Signal.
Warum wirken Märkte? Weil sie der schnellste und sichtbarste Feedback-Kanal sind. Steigende Renditen, ein schwächerer Dollar oder fallende Aktien treffen die Finanzierungskosten unmittelbar, dominieren die Schlagzeilen und berühren damit genau das Terrain, über das Trump Politik kommuniziert. Markterfolg ist Teil seines Narrativs, Marktschwäche hingegen birgt ein Reputationsrisiko.
Doch entscheidend ist das Zusammenspiel, nicht der Alleingang der Börsen. Trumps Handlungsspielraum wird von einem Dreieck begrenzt: Binnenpolitik (Popularität, Kongressdruck), Realwirtschaft (Inflation, Beschäftigung, Unternehmensstimmung) und Finanzmärkte (Renditen, Dollar, Kreditspreads). Erst gemeinsam entfalten sie Bremswirkung.
Nachdem die Grönland-Rhetorik entschärft wurde, wurde in der Finanzpresse wieder offen in TACO-Kategorien («Trump always chickens out») gedacht: Dips werden gekauft, da Anleger davon ausgehen, dass Drohungen letztlich in Verhandlungen, Verzögerungen oder Deals münden. Dieses Muster ist vertraut und prägt das Marktverhalten.
Haben Trumps Drohungen damit an Glaubwürdigkeit verloren? Teilweise ja, aber nicht folgenlos. Je häufiger das Schema «drohen – zurückrudern» wiederholt wird, desto geringer fällt die Baseline-Reaktion der Märkte pro Schlagzeile aus. Gleichzeitig bleibt das Tail-Risk hoch. Eine Drohung kann dieses Mal tatsächlich umgesetzt werden oder unbeabsichtigte Nebenwirkungen auslösen, etwa durch Fehlkalkulationen, Gegenreaktionen oder innenpolitische Zwänge.
Aus strategischer Sicht gilt, der TACO-Handel funktioniert, solange Donald Trump eine niedrige Toleranz für anhaltenden Marktstress zeigt und zeitnah Deals abschliesst. Doch je reflexhafter Anleger «Buy the dip» spielen, desto grösser wird die Gefahr, dass ein exogener Schock nicht mehr sauber abgefedert wird – insbesondere, wenn mehrere Konfliktlinien gleichzeitig eskalieren.
Mehrere grosse skandinavische Pensionsfonds haben öffentlich gemacht, dass sie ihr Engagement in den USA reduzieren oder ihre Bestände an Schatzanweisungen abbauen wollen. Ihre Begründung ist weniger Rendite als Regime-Risiko (politische Unberechenbarkeit, fiskalische Fragezeichen und erratische Kommunikation).
****
Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter https://www.investmaxx.com, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Maverix Securities AG). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Maverix Securities AG).
|
INVESTMENTFONDS.DE |
|
INVESTMENTFONDS.DE | Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.