CONDA | Resilienz statt Reaktion: Was der Iran-Konflikt dem deutschen Mittelstand jetzt lehrt
Dirk Littig, Co-CEO der digitalen Finanzierungsplattform CONDA Capital Market
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 20. März 2026 - Pandemie, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt: Der deutsche Mittelstand muss akzeptieren, dass externe Schocks kein temporäres Phänomen mehr sind, sondern eine dauerhafte Belastungsprobe. Die aktuelle Eskalation im Iran reiht sich nahtlos in diese Kette von Ereignissen ein. Die derzeitigen Spannungen treffen einen sensiblen Nerv der Weltwirtschaft: die Energie- und Rohstoffversorgung. Steigende Ölpreise verteuern nicht nur Treibstoffe, sondern auch petrochemische Produkte, die als Basis für unzählige industrielle Prozesse dienen.
Diese Kostensteigerungen sind unmittelbare Inflationstreiber. Für Unternehmen bedeutet das neben höheren operativen Ausgaben auch die Gefahr einer restriktiveren Geldpolitik und höhere Leitzinsen. Für KMU resultiert daraus ein Doppeleffekt aus sinkender Konsumlaune der Kunden und steigenden Finanzierungskosten. Angesichts solcher Herausforderungen lautet jetzt die entscheidende Frage, wie sich Unternehmen in diesem Umfeld zukünftig widerstandsfähiger aufstellen können.
Krisensicher beschaffen: Strategien für robuste Lieferketten
Über Jahrzehnte waren globale Lieferketten primär auf Kostenminimierung getrimmt. Heute stößt dieses Modell an seine Grenzen, da geopolitische Konflikte Handelswege unberechenbar machen. Eine besondere Schwachstelle bleibt die mangelnde Transparenz: Viele KMU überblicken oft nur die erste Zuliefererschicht, während tieferliegende Abhängigkeiten verborgen bleiben. Dass Handlungsbedarf besteht, zeigte bereits der AHK World Business Outlook 2022 zur Zeit der Pandemie, als zwei Drittel der KMU eine Anpassung ihrer Lieferketten ankündigten. Heute ist klar: Wer nicht konsequent in regionale Strukturen investiert, riskiert existenzielle Produktionsausfälle.Zwei Möglichkeiten die eigene Lieferkette stresssicher aufzustellen sind „Dual Sourcing“ und das sogenannte Nearshoring. Die Dual-Sourcing-Strategie ist eine Beschaffungsmethode, bei der ein Unternehmen ein bestimmtes Produkt oder eine Komponente von zwei unabhängigen Lieferanten bezieht. Nearshoring hingegen bedeutet, dass ein Unternehmen einen Prozess in einem nahegelegenen Land ansiedelt, in dem die Arbeitskräfte günstiger, die Transport- und Kommunikationskanäle aber gut ausgebaut sind. Die Länder haben oft eine gemeinsame Grenze oder liegen in geographischer Nähe. Während Farshoring in weit entfernten Ländern wie China stattfindet, sind bei Nearshoring die Länder in Osteuropa, Türkei, Westbalkan oder Nordafrika für deutsche KMU interessant.
Mittelständler können diese Strategie durch einen Fokus auf Kreislaufwirtschaft weiter ausbauen. Laut Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sollen bis 2030 rund 25 % des Bedarfs an kritischen Rohstoffen durch Recycling gedeckt werden. Wer Metallverschnitte oder Vorprodukte systematisch in den eigenen Produktionskreislauf zurückführt, reduziert nicht nur seinen ökologischen Fußabdruck, sondern entkoppelt sich zumindest teilweise von volatilen Weltmarktpreisen.
Damit diese Resilienz durch Wiederverwertung flächendeckend gelingt, ist der Mittelstand jedoch auf politische Unterstützung angewiesen: Beschleunigte Genehmigungsverfahren und transparente Förderkriterien müssen endlich in der Praxis ankommen.
Dekarbonisierung als Chance: Mit Eigenstrom zu mehr Energiesicherheit
Die Energiekrise im Zuge des Ukraine-Kriegs und die geopolitische Volatilität im Nahen Osten haben eines verdeutlicht: Energieunabhängigkeit ist ein kritischer Wettbewerbsfaktor. Dass der Mittelstand diese Notwendigkeit erkennt, zeigt eine aktuelle Umfrage von BCG und Argos Wityu: Demnach begreifen bereits 85 % der europäischen mittelständischen Unternehmen die Klimatransformation als Chance. Im Vordergrund stehen zum einen ökologische, aber auch klare wirtschaftliche Gründe, denn Dekarbonisierung bedeutet Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, die allzu oft zum Spielball globalpolitischer Mächte werden.Ein beispielhafter Weg zur Energieautarkie ist das „Microgrid“-Modell („Inselnetz“) für Industrieareale. Hierbei kombinieren Unternehmen Stromerzeugungsanlagen aus erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft oder Blockheizkraftwerken sowie Energiespeichern zu einem lokalen Netz. Alle Komponenten sind über eine Software mit lokalen Verbrauchern verbunden. Dieser dezentrale Ansatz erlaubt es Unternehmen unabhängig vom Stromnetz elektrische Energie zu beziehen. Auch im Bereich der Digitalisierung sind Optimierungen möglich: etwa durch das sogenannte „Peak Shaving“. Hierfür drosseln intelligente Algorithmen kurzzeitig unkritische Prozesse oder greifen auf den Batteriespeicher zu, sobald teure Lastspitzen im Stromverbrauch drohen. Zudem lässt sich die Produktion zeitlich so steuern, dass energieintensive Phasen in Zeitfenster mit hoher Eigenstromerzeugung oder niedrigen Börsenpreisen fallen.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die Transformation eine Kraftanstrengung. Zwar investieren laut der BCG-Studie bereits 32 % der Firmen auf Basis langfristiger Pläne in die Emissionssenkung – fast dreimal so viele wie 2023 – doch der vollständige Umbau erfordert massive Kapitalressourcen. Damit dieser Kraftakt gelingt, ist der Mittelstand auf gezielte Förderung und den Abbau bürokratischer Hürden bei der Eigenerzeugung angewiesen.
Herkulesaufgabe Cyberschutz: Warum es mehr als ein Firewall-Update braucht
Resilienz und Krisenschutz findet zunehmend im digitalen Raum statt. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Cyberangriffe weltweit um 44 Prozent, die wirtschaftlichen Schäden in Deutschland durch solche Angriffe liegen in Milliardenhöhe. Die Zahl der Angriffe steigt auch deshalb, weil mehr digitale Systeme zum Einsatz kommen, die mehr Einfallstore bieten. Angesichts einer verschärften geopolitischen Lage gewinnen auch Cyberattacken durch staatliche Akteure massiv an Bedeutung, was Cybersecurity unverzichtbar macht. Dass die Unternehmen den Ernst der Lage erkannt haben, zeigt die aktuelle Marktentwicklung: Die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland steigen laut dem IT-Branchenverband Bitkom im vergangenen Jahr auf die Rekordmarke von 11 Milliarden Euro.Doch trotz dieser unternehmerischen Anstrengungen bleibt die Absicherung eine Herkulesaufgabe. Neben dem Ausbau der Energieinfrastruktur und stabilen regulatorischen Vorgaben ist eine europäische Strategie für digitale Souveränität essenziell. Großflächige Ausfälle führender US-amerikanischer Cloudanbieter wie AWS oder Sicherheitsdienste wie Cloudflare haben 2025 gezeigt, wie stark digitale Infrastrukturen inzwischen von einzelnen Plattformen abhängig sein können und wie wichtig resiliente Softwarearchitekturen sind.
Finanzierung: Stabilität durch alternative Finanzierungsmodelle
Die notwendigen Investitionen in die strukturelle Resilienz rücken die Finanzierungsfrage unweigerlich in den Fokus. Während die EZB zuletzt Zinssenkungen vornahm, schrumpft der Spielraum für weitere Lockerungen angesichts einer hartnäckigen Inflation zusehends. Gleichzeitig könnten Preisteuerungen durch den Nahost-Konflikt angefacht werden, was eine erneute Zinswende im Laufe des Jahres möglich macht. Das könnte klassische Bankkredite nicht nur verteuern, sondern aufgrund restriktiverer Vergabeentscheidungen auch schwerer zugänglich machen. Um sich von dieser Zinspolitik und der Abhängigkeit von einzelnen Kreditinstituten zu lösen, ist eine diversifizierte Finanzierungsstruktur essenziell.Für Mittelständler, die über einen Börsengang, eine Anleihe oder alternative Finanzierungen nachdenken, ergeben sich derzeit passende Rahmenbedingungen. Der Kapitalmarkt ist liquide und Investoren suchen stabile Emittenten, zudem könnten sich die Bedingungen bereits im Laufe des Jahres verschlechtern. Finanzierungslösungen wie Anleihen oder Nachrangkapital erlauben flexible Strukturen und funktionieren unabhängig vom klassischen Bankkredit. Solche Instrumente verschaffen Unternehmen langfristigen Kapitalzugang, stärken ihre Eigenkapitalbasis und erhöhen ihre Sichtbarkeit bei institutionellen wie auch privaten Investoren.
Mittelstand braucht mehr Resilienz für langfristiges Wachstum
Die zentrale Lektion der letzten Jahre ist klar: Geopolitische Stabilität ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Effizienz bleibt wichtig, doch Resilienz wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten ist daher nicht isoliert zu betrachten, sondern als ein weiterer Indikator für eine Welt in Unruhe. Für den Mittelstand bedeutet dies einen dauerhaften Perspektivwechsel. Unternehmen, die ihre Energieversorgung sichern, Lieferketten diversifizieren und digital krisensicher aufgestellt sind, schaffen die Grundlage für langfristige Stabilität. Es geht darum, nicht nur auf Krisen zu reagieren, sondern eine strukturelle Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, die Unternehmen unabhängig von den unvorhersehbaren Wendungen der Weltpolitik macht.- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (CONDA). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (CONDA)
****
Wie ist die Anlagestrategie der Experten aktuell?
Die INVEXTRA.COM AG hat bereits vor Monaten reagiert und die Investmaxx Stop&Go Depots ihrer Kunden in risikoärmere Anlagen umgeschichtet. „Wir beobachten die Märkte aktuell von der Seitenlinie und warten eine mögliche Korrektur ab. Erst wenn sich eine nachhaltige Lösung im Nahostkonflikt abzeichnet, werden wir wieder selektiv in Aktienmärkte einsteigen“, betont Tittes.
Das Unternehmen setzt bei seiner Vermögensverwaltung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, , um rechtzeitig auszusteigen aus Aktienmärkten oder später zu günstigeren Kursen wieder einzusteigen. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
>>> Spezialisierte Experten für Fonds und ETFs entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die auf wachstumsstarken Weltmärkten basieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig vor Krisen und Inflation zu schützen.
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.