Capital | Die Energiepreise steigen stark, während Israel und Iran Angriffe auf Energieinfrastruktur austauschen.
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Die Fed hält die Zinsen stabil, doch die Märkte werden durch Inflationsrisiken verunsichert.
- Die asiatischen Märkte steuern auf einen schwachen Handelstag zu, der Fokus richtet sich auf die Bank of Japan.
Investmentfonds.de - Der Offenmarktausschuss (FOMC) hat die Zinsen unverändert belassen, jedoch seine Inflationsprognose angehoben, worauf die Märkte deutlich reagierten. Die Zentralbank ließ die Geldpolitik bei 3,50 %–3,75 % unverändert – bei einer überraschend geschlossenen Abstimmung von 11 zu 1, wobei Steven Miran erwartungsgemäß als einziger für eine Zinssenkung stimmte. Gleichzeitig wurden sowohl die Inflations- als auch die Wachstumsprognosen nach oben angepasst, wobei auch die langfristige Median-Schätzung für den Fed Funds Rate leicht angehoben wurde.
Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell während der Pressekonferenz führten klar dazu, dass die Märkte die Inflationsrisiken als nach oben gerichtet einschätzen. Powell erklärte zudem, dass er bis zur Bestätigung des designierten Nachfolgers Kevin Warsh im Amt bleiben werde und darüber hinaus Mitglied des Boards bleibt, bis die gegen ihn laufenden strafrechtlichen Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Märkte interpretierten dies offenbar dahingehend, dass sich eine möglicherweise lockerere geldpolitische Ausrichtung unter Warsh verzögern könnte.
Trotz des Anstiegs der Energiepreise in den letzten Wochen infolge des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran deutet in der Prognose der Fed nur wenig darauf hin, dass dies tatsächlich berücksichtigt wurde. Zwar wurden die Inflationsprognosen nach oben korrigiert, jedoch auf Grundlage eines höheren BIP und ohne Änderung der Arbeitslosenquote – offenbar basierend auf Annahmen der Vor-Kriegs-Wirtschaft, in der die Inflation aufgrund eines konjunkturellen Aufschwungs bereits stieg.
Die Tatsache, dass die Fed den Energieschock, der die Preise erhöht, zugleich aber das Wachstum bremst und die Beschäftigung belastet, offenbar noch nicht einberechnet hat, führte dazu, dass die Märkte Zinssenkungen in diesem Jahr praktisch ausschließen. Die erste vollständige Senkung wird erst für die Jahresmitte des nächsten Jahres eingepreist. Powells vorsichtige Hinweise auf eine höhere Unsicherheit durch den Krieg bestätigten lediglich, dass die Fed den Konflikt bislang noch nicht stark in ihre Orientierung einfließen lässt, wodurch die Risiken für die Zinspolitik nach oben verschoben werden.
Die Reaktion der Märkte entsprach dem, was nach einer deutlichen Neubewertung der Zinserwartungen zu erwarten war. Die Renditen stiegen über die gesamte Kurve, die Zinsstrukturflanke glättete sich, der US-Dollar legte zu, Aktien gaben nach und Gold fiel stark. Auch die geldpolitische Unsicherheit nimmt weiter zu: Der MOVE-Index sprang erneut an, was allein offenbar schon ausreichte, um die Bewegungen bei den Aktienkursen zu erklären.
Zunehmend erscheint das Umfeld an der Wall Street relativ bärisch und möglicherweise recht überhitzt. Die Kursentwicklung deutet auf einen Markt hin, dem die Luft ausgegangen ist und der womöglich für einen längeren Abwärtstrend bereit ist. Höhere Inflation und schwächeres Wachstum infolge einer Energiekrise im Nahen Osten wirken wie Kryptonit auf die Aktienkurse. Gleichzeitig gibt es etwas im Hintergrund wachsende Anzeichen für Finanzstress im System, der von privaten Kreditmärkten ausgeht und ebenfalls öffentliche Märkte belasten könnte.
Die inflationsbedingten Risiken durch den Krieg haben sich über Nacht verschärft, da die Störungen auf den Energiemärkten weiter zunehmen. Neben der Blockade der Straße von Hormus und der eingeschränkten Produktion in den Golfraffinerien sehen sich die Energiemärkte nun auch direkten Angriffen auf die Infrastruktur ausgesetzt. Die Iraner griffen als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf ein Gasfeld eine der weltweit größten Gasanlagen an. Infolge der Angriffe stieg der Preis für Brent Crude auf über 110 US-Dollar, auch die Erdgaspreise sprangen erneut stark nach oben. Die direkten Angriffe auf Energieinfrastruktur verdeutlichen die langfristigen Folgen des Krieges: Produktionskapazitäten werden für eine unangenehm lange Zeit ausfallen, sodass die Energiepreise voraussichtlich deutlich langsamer fallen werden, als sie gestiegen sind.
Die asiatischen Futures deuten auf einen deutlichen Rückgang der Aktienmärkte der Region zum Handelsbeginn hin. Den Energie-Schock wird die Region am stärksten zu spüren bekommen. Tatsächlich werden die Preise mit einem erheblichen Aufschlag gegenüber den globalen Benchmarks gehandelt.
Zudem müssen die Märkte heute eine Entscheidung der Bank of Japan (BOJ) berücksichtigen. Von der Zentralbank wird keine Veränderung erwartet. Allerdings war Inflation bereits ein Problem und die Geldpolitik selbst vor dieser Energiekrise für das energieunsichere Japan locker. Die Märkte rechnen erst Mitte des Jahres mit einer möglichen Zinserhöhung durch die BOJ.
Eine restriktive Geldpolitik der BOJ könnte globale Märkte beeinflussen. Gleichzeitig könnte es Folgen haben, wenn die BOJ weiterhin typischerweise vorsichtig bleibt. Das Währungspaar USD/JPY bewegt sich in eine Zone, die in der Vergangenheit typischerweise Interventionen des Finanzministeriums ausgelöst hat.
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