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Capital | Den Märkten steht eine entscheidende Woche bevor
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die globalen Märkte steuern auf eine der ereignisreichsten Wochen des Jahres zu. Ein dicht gedrängter Kalender mit Zentralbankentscheidungen, wichtigen Technologie-Unternehmenszahlen und Konjunkturdaten dürfte das Vertrauen der Anleger auf die Probe stellen. Das Umfeld bleibt schwierig: Hohe Energiepreise, anhaltende Inflation und geopolitische Unsicherheit erschweren den geldpolitischen Ausblick. Zwar zeigt sich die Risikobereitschaft insbesondere bei europäischen Aktien bislang robust, doch reagieren Anleger zunehmend sensibel auf die Möglichkeit, dass die Zinsen länger auf erhöhtem Niveau bleiben könnten als bislang erwartet.
Die Zentralbanken stehen im Mittelpunkt
Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über die Zinsen, am Donnerstag folgt die EZB und am Freitag die Bank of Japan (BoJ). Bei allen drei wird mit unveränderten Leitzinsen gerechnet. Damit dürfte vor allem der Ausblick auf die weitere Geldpolitik für Volatilität sorgen. Die Märkte werden darauf achten, ob die Fed an ihrem restriktiven Kurs festhält, die EZB die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung im Dezember bekräftigt und die BoJ weitere Straffungen signalisiert. Die Auswirkungen auf die Devisenmärkte könnten erheblich sein, insbesondere bei EUR/USD und USD/JPY, da Händler die Zinsdifferenzen zwischen den Währungsräumen neu bewerten.Auch die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne werden die Risikobereitschaft auf die Probe stellen. Microsoft, Alphabet und Amazon legen ihre Ergebnisse vor. Dabei fragen sich Anleger zunehmend, ob sich die enormen Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig auszahlen werden. Angesichts neuer Bewertungsbedenken bei Technologieaktien stehen insbesondere das Wachstum im Cloud-Geschäft, die Investitionsausgaben (CAPEX), die Margen und der Ausblick im Fokus. Starke Ergebnisse könnten das Vertrauen in den Nasdaq stärken.
Enttäuschende Zahlen oder weiter steigende Ausgaben könnten dagegen den Verkaufsdruck erhöhen. Am Donnerstag liefern zudem die US-BIP- und PCE-Inflationsdaten neue Hinweise auf die Konjunkturstärke und darauf, ob die Inflation hartnäckig genug bleibt, um eine weitere geldpolitische Straffung zu rechtfertigen.
Die Geopolitik bleibt ein wichtiger Unsicherheitsfaktor.
Brent-Öl notiert trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs am Montag weiterhin über 109 US-Dollar je Barrel. Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten hatten die Preise zuvor etwas sinken lassen. Neue Störungen der Energieversorgung könnten die Inflationssorgen jedoch erneut anfachen und die Anleiherenditen nach oben treiben – mit Folgen für die Zentralbanken und die Aktienmärkte.Am Mittwoch rückt außerdem der britische Haushalt in den Fokus, wodurch das Pfund und britische Staatsanleiherenditen stärker in den Blick geraten. Politische und fiskalische Unsicherheit in Frankreich belastet unterdessen weiterhin die Stimmung an den europäischen Märkten.
Das größte Risiko dieser Woche besteht darin, dass mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auftreten: restriktiv auftretende Zentralbanken, enttäuschende Technologie-Unternehmenszahlen und eine erneute Verschärfung der geopolitischen Spannungen.
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