Capital | Ölpreise steigen mit der Rückkehr geopolitischer Risiken
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Rohölpreise sind in den letzten Handelstagen deutlich gestiegen, wobei WTI nach einer Stabilisierung bei etwa 55 US-Dollar Ende letzten Jahres wieder in Richtung der 66-Dollar-Marke kletterte. Während ein Teil der Erholung auf technische Dynamik und eine gestiegene Risikobereitschaft zurückzuführen ist, wirkt sich die erneute geopolitische Spannung zwischen den USA und dem Iran nun deutlich auf die Preise aus.
Die politische Rhetorik hat sich deutlich verschärft. Vor einigen Wochen erklärte Präsident Trump, die USA seien „bereit, willens und fähig“, „schnell und mit Gewalt“ zu handeln. Daraufhin reagierte Teheran mit einer ebenso scharfen Rhetorik und warnte vor einer „Reaktion wie nie zuvor“. Auch wenn es sich vorerst nur um Worte handelt, schätzen Prognosemärkte die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs auf rund 70 %. Auf den Energiemärkten spielen Wahrscheinlichkeiten eine entscheidende Rolle, insbesondere wenn die potenzielle Störung einen wichtigen Ölproduzenten und eine wichtige globale Transitroute betrifft. Die Ölmärkte beginnen, das höhere Risiko einzupreisen, da der Iran weiterhin ein bedeutender Produzent ist und vor allem im Herzen der Straße von Hormus liegt, durch die rund 20 % der weltweiten Ölversorgung transportiert werden. Selbst begrenzte Störungen oder glaubwürdige Drohungen gegen die Schifffahrtswege könnten einen unmittelbaren Angebotsschock auslösen.
Die entscheidende Frage ist nicht unbedingt, ob der Iran einen langfristigen Produktionsausfall verkraften kann, sondern ob er bereit wäre, als Vergeltung kurzfristige Störungen herbeizuführen. Unter normalen Umständen würde ein solches Szenario die globalen Finanznachrichten beherrschen. Dass es bisher nicht dazu gekommen ist, spiegelt die Tatsache wider, dass das globale Angebot weiterhin relativ komfortabel ist und die Lagerbestände nicht knapp sind. Dies führt jedoch zu einer Asymmetrie: Da die Ölpreise von einem relativ niedrigen Niveau ausgehen, könnte der Markt das Ausmaß eines potenziellen Preisanstiegs im Falle eines Konflikts unterschätzen.
Interessanterweise haben breiter gestreute Risikoanlagen die eskalierende Rhetorik weitgehend ignoriert. Die Aktienmärkte konzentrieren sich weiterhin auf Geldpolitik, Wachstumsdynamik und KI-bezogene Themen. Diese verhaltene Reaktion deutet darauf hin, dass Anleger entweder einer unmittelbar bevorstehenden Eskalation skeptisch gegenüberstehen oder zuversichtlich sind, dass ein etwaiger Konflikt nur von kurzer Dauer sein wird. Diese Selbstzufriedenheit erhöht jedoch das Risiko einer abrupten Neubewertung. Sollten die Spannungen von Rhetorik zu Taten führen, könnten die Ölpreise rapide ansteigen, die Anleiherenditen aufgrund von Inflationsängsten steigen und Aktien einen Volatilitätsschock erleben.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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