Capital | Wird das Risiko einer Eskalation zwischen dem Iran und den USA unterschätzt?
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Ölmärkte sind erneut gefordert, geopolitische Risiken in einem Umfeld zu bewerten, in dem eine Eskalation möglich, aber noch nicht unvermeidlich erscheint. Die Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten haben sich vor dem Hintergrund innerer Unruhen im Iran, erneuter militärischer Signale im Golf und einer zunehmend konfrontativen Rhetorik beider Seiten verschärft. Auch wenn die Schlagzeilen von allgemeineren globalen politischen Ereignissen verdrängt wurden, bleiben die Auswirkungen auf die Energiemärkte erheblich.
Der Iran sieht sich mit den möglicherweise schwerwiegendsten inneren Unruhen seiner modernen Geschichte konfrontiert, während die USA nach den Angriffen auf iranische Nuklearanlagen im vergangenen Jahr ihre militärische Präsenz in der Region verstärkt haben. Angesichts der Konzentration amerikanischer Seestreitkräfte im Golf und der Warnungen iranischer Regierungsvertreter, dass weitere Maßnahmen einen regionalen Krieg auslösen könnten, hat sich die Lage eindeutig zu einer Phase der Risikopolitik entwickelt. Aus Sicht der Märkte ist nicht die politische Instabilität an sich besorgniserregend, sondern das Risiko einer Unterbrechung der Ölversorgung, entweder direkt durch die iranische Produktion oder indirekt durch regionale Auswirkungen.
Trotz dieser Hintergründe ist die Reaktion der Ölpreise bislang relativ verhalten geblieben. Die Rohölpreise stiegen zu Beginn des Jahres aufgrund der eskalierenden Spannungen stark an, gaben jedoch einen Teil dieser Gewinne wieder ab, als neue diplomatische Schlagzeilen und eine allgemeine Abkühlung der Risikostimmung eintraten. Dieses Muster deutet darauf hin, dass die Märkte das Risiko zwar erkennen, aber noch nicht mit dem schlimmsten Szenario rechnen. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass sowohl der Iran als auch die USA bestätigt haben, dass Gespräche stattfinden und Fortschritte erzielen, wodurch die Medienberichte, wonach sie kurz vor einem Krieg stehen, entkräftet werden.
Die größte Schwachstelle liegt in der Straße von Hormus. Jeder anhaltende Konflikt mit dem Iran würde das Risiko einer Störung an einem der weltweit wichtigsten Energieknotenpunkte erhöhen, über den etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs fließt. Im Gegensatz zu früheren Spannungen ist die aktuelle Lage durch zusätzliche Komplexität gekennzeichnet: fortschrittliche militärische Fähigkeiten, das Risiko einer inneren Spaltung des Iran und die Möglichkeit von Fehleinschätzungen angesichts des erhöhten politischen Drucks. Selbst vorübergehende Störungen könnten angesichts der bereits knappen Reservekapazitäten und fragilen globalen Lieferketten überproportionale Auswirkungen auf die Preise haben.
Die zentrale Frage für die Märkte ist, ob die aktuellen Spannungen ein Wortgefecht und Positionskampf bleiben oder ob sie in Maßnahmen münden, die die Versorgung erheblich gefährden. Es lässt sich argumentieren, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit des militärischen Aufbaus der USA das Risiko einer Eskalation erhöhen, auch wenn keine der beiden Seiten aktiv einen umfassenden Konflikt anstrebt. Für die Ölmärkte entsteht dadurch ein asymmetrisches Risikoprofil: begrenzte Abwärtsrisiken bei einer Deeskalation, aber erhebliche Aufwärtsrisiken, wenn die Versorgungsängste zunehmen.
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