Capital | US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Märkte sind vorsichtig in die zweite Hälfte des Jahres gestartet, da sich die Aufmerksamkeit stärker auf die US-Arbeitsmarktdaten und die sich entwickelnde Aussichten für die Geldpolitik der Federal Reserve richtet. Während die geopolitischen Spannungen nach dem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran nachgelassen haben, konzentrieren sich die Investoren darauf, ob die US-Wirtschaft widerstandsfähig genug ist, um längere Zeit höhere Zinsen zu rechtfertigen. Unter der neuen Führung von Kevin Warsh bei der Fed gewinnen die eingehenden Wirtschaftsdaten noch größere Bedeutung. Warshs Äußerungen beim EZB-Forum in Sintra stärkten die auf Inflation ausgerichtete Haltung, die er bei seiner ersten FOMC-Sitzung eingenommen hatte. Seine klarste Botschaft kam, als er sagte: „Wenn jemand dachte, wir würden mit einer Inflation über 2 % zufrieden sein, wird er enttäuscht sein,“ und damit unterstrich, dass die Federal Reserve weiterhin bestrebt ist, die Preisstabilität wiederherzustellen. Gleichzeitig vermied er es weiterhin, eine explizite Zukunftsprognose zu geben, und zog es vor, die Politik flexibel und datenabhängig zu halten, wodurch die Märkte zunehmend sensibel auf jede wichtige wirtschaftliche Veröffentlichung reagieren.
Das macht den heutigen US-Arbeitsmarktbericht besonders wichtig. Nach mehreren Monaten robuster Arbeitsmarktdaten werden Investoren beobachten, ob die Beschäftigung stark genug bleibt, um die länger anhaltende Haltung der Fed zu stützen. Ein stärker als erwarteter Bericht würde die Erwartungen bestärken, dass die Geldpolitik für längere Zeit restriktiv bleiben muss, während ein schwächeres Ergebnis etwas von dem jüngsten Aufwärtsdruck auf Renditen und den Dollar abbauen könnte.
Auf den Währungsmärkten ist der USD/JPY nach Tagen im Rampenlicht von frischen Mehrjahrzeithochs über 162 zurückgegangen, aber die Bewegung wirkt eher wie Gewinnmitnahmen und zunehmende Vorsicht als wie ein direktes Eingreifen der japanischen Behörden. Zwar haben die Beamten weiterhin gewarnt, dass sie auf übermäßige Währungsbewegungen reagieren würden, doch fehlt beim heutigen Rückgang die abrupte, unordentliche Preisaktion, die frühere Interventionen typischerweise gekennzeichnet hat. Stattdessen scheinen die Händler ihre Long-Dollar-Positionen zu reduzieren, nachdem das Paar zunehmend überdehnt war, und vor dem US-Arbeitsmarktbericht dieser Woche, der die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen könnte. Trotzdem dürften die Interventionsrisiken zunehmen, je höher der USD/JPY gehandelt wird, was bedeutet, dass die Volatilität hoch bleiben könnte. Für den Moment bevorzugt der breitere Trend weiterhin eine Stärke des Dollars, gestützt durch die große Differenz in der Geldpolitik zwischen der Federal Reserve und der Bank of Japan.
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