Schroders | Mehr als nur Kosten – aktive ETFs spielen eine zentrale Rolle im Portfolio der Anleger
Tom Stephens, Head of ETFs bei Schroders
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 02.07.2026 - Aktive ETFs entwickeln sich schnell von einer Nischenallokation zu einem wichtigen Bestandteil des Instrumentariums der Anleger. Die diesjährige Schroders Global Investor Insights Survey zeigt, dass Anleger zunehmend aktives Management und die operativen Vorteile des ETF-Wrappers wollen und ihn nicht nur als kostengünstige Alternative zu Investmentfonds sehen.
Mit 94 Prozent der Befragten, die eine Rolle für aktive ETFs in Portfolios sehen (und nur 6 Prozent, die das Gegenteil sagen), verschiebt sich die Debatte nun von der Frage, ob man sie nutzt, zur Frage, wie man sie effektiv einsetzt.
Das ist im heutigen Marktumfeld von Bedeutung. Bei höherer Volatilität und anhaltender Unsicherheit suchen Anleger nach Möglichkeiten, schnell zu investieren, Positionen einfach zu überwachen und anzupassen und dabei von aktiven Entscheidungen zu profitieren.
Kosten führen weiterhin, aber sie sind nicht mehr die ganze Geschichte
Wenn Anleger gefragt werden, was bei der Betrachtung eines aktiven ETFs am wichtigsten ist, dominieren die Kosten weiterhin die Schlagzeilen. Niedrigere Kosten im Vergleich zu Investmentfonds sind der höchstbewertete Vorteil, genannt von 70 Prozent der Befragten unter den drei wichtigsten Gründen.Doch Anleger suchen nicht nur nach „aktiv zu einem günstigeren Preis" – worum es beim frühen Wachstum aktiver ETFs wohl in erster Linie ging. Die Hälfte der Befragten betont die Intraday-Liquidität aktiver ETFs und die Flexibilität, zu Marktpreisen zu handeln, während 43 Prozent auf eine verbesserte Sekundärmarktliquidität gegenüber Investmentfonds hinweisen. Dies spiegelt die Tatsache wider, dass ETFs den ganzen Tag über an Börsen gekauft und verkauft werden können, oft unterstützt durch Market Maker. Investmentfonds handeln in der Regel nur einmal am Tag, was die Flexibilität einschränken kann, wenn Anleger schnell handeln müssen.
Die größere Portfoliotransparenz aktiver ETFs ist für 41 Prozent der Befragten ein weiterer wichtiger Vorteil, während 40 Prozent auch den Zugang zu aktiven Strategien schätzen, die als Investmentfonds nicht verfügbar sind.
Wie nutzen Anleger aktive ETFs?
Die Umfrage legt nahe, dass Anleger aktive ETFs als flexible Bausteine im Portfolioaufbau nutzen, sodass sie Ansichten äußern, differenzierte Positionen aufbauen und Kernbestände ergänzen können, während sie dennoch effizient handeln.Das zeigt sich auf zwei Hauptarten. Erstens werden aktive ETFs häufig für Diversifikation (49 Prozent) sowie taktische oder satellitenbasierte Positionierung (42 Prozent) verwendet. Zweitens werden sie für praktische Portfolioaufgaben wie Risikomanagement (33 Prozent) und Übergangsmanagement (29 Prozent) eingesetzt – also effektiv zum Parken von Vermögenswerten bei einem Wechsel der Allokationen.
Tom Stephens, Head of ETFs bei Schroders, kommentiert: „Das Schöne an ETFs liegt in der Einfachheit des Vehikels und darin, wie einfach man sie sowohl strategisch als auch taktisch einsetzen kann. Strategisch kann das ein Kernportfolio auf der Aktien- oder Anleihenseite sein; taktisch könnte es eine Sicht auf Duration, Themen oder Sektoren ausdrücken.
Und es geht nicht nur um die Kosten: Wenn man intraday über verschiedene Plattformen hinweg handeln kann, kann man Änderungen schnell vornehmen – mit mehr Transparenz und effizienter als bei vielen anderen Vehikeln."
Aktive ETFs für spezialisierte, schwer zugängliche Märkte
Die Umfrage zeigt außerdem, dass die Nachfrage nach aktiven ETFs nicht über alle Anlageklassen hinweg einheitlich ist.Investoren schätzen aktive Expertise in Bereichen, in denen Märkte weniger erforscht, weniger effizient oder strukturell komplexer sein können. Dazu gehören Small- und Mid-Cap-Aktien (37 Prozent), Schwellenländeraktien (35 Prozent), thematische oder sektorielle Strategien (34 Prozent) sowie liquide Alternatives beziehungsweise hedgefondsähnliche Strategien (23 Prozent).
Es zeigt sich, dass Anleger wollen, dass aktive ETFs Handelsbequemlichkeit mit differenzierten aktiven Ergebnissen verbinden – insbesondere dort, wo das Indexexposure nicht so präzise ist oder andere Instrumente weniger praktisch sind.
Die Bedenken angehen: Transparenz und Erfolgsbilanz sind weiterhin wichtig
Obwohl die Dynamik für aktive ETFs stark ist, hebt die Umfrage Barrieren für die Einführung hervor, die größtenteils auf den Fondsmanager zurückzuführen sind und nicht auf die Struktur des Vehikels selbst.Für 34 Prozent der Investoren sind die begrenzte Erfolgsbilanz und die Unsicherheit bezüglich der Performance im Vergleich zu traditionellen aktiven Fonds ein zentrales Anliegen. Auf ähnlicher Ebene ist der Mangel an Transparenz rund um den aktiven Prozess (31 Prozent) eine weitere wichtige Herausforderung, gefolgt von der Komplexität bei derivatbasierten Implementierungen sowie der Kapazitäts- oder Handelsliquidität (30 Prozent).
Diese Bedenken deuten darauf hin, dass die nächste Phase des aktiven ETF-Wachstums davon abhängen wird, dass Manager einen klaren Anlageprozess demonstrieren und zeigen, wie die Strategie innerhalb der ETF-Struktur umgesetzt und verwaltet wird, damit Anleger sie im Laufe der Zeit verstehen und überwachen können.
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Diese Mitteilung stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Finanzberatung.
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