Fidelity: Ausverkauf an den Börsen – eine Einschätzung
Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity Worldwide Investment
Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity Worldwide Investment,
analysiert die aktuelle Lage an den internationalen Börsen:
- Angeführt von der Börse Shanghai hat der Ausverkauf an den globalen
Aktienmärkten an Fahrt gewonnen
- Wesentliche Treiber sind das schwächelnde Wachstum in China und die
Abwertung des Renminbi
- Unternehmensdaten und globales Umfeld sprechen dennoch weiter für
Aktien – wir erleben eine Korrektur, nicht den Start eines Bärenmarkts
"Die Schwankungen an den Aktienmärkten dürften zunehmen – ehrlich gesagt
waren sie in den vergangen 12 Monaten auch fast zu niedrig. Solange die
US-Wirtschaft stabil bleibt, dürfte die Welt aber nicht in eine Rezession
rutschen. Trotz der zunehmenden Marktschwankungen sprechen Unternehmens-
daten und globales Umfeld weiter für Aktien. Was wir sehen, ist eine
Korrektur und nicht der Start eines Bärenmarkts.
Für den Kurssturz am chinesischen Markt sind mehrere Faktoren verant-
wortlich. Einerseits mehren sich die Zeichen für eine Wachstumsabkühlung.
Etliche Indikatoren wie der Autoabsatz, Stromverbrauch und Einkaufs-
managerindex bewegen sich im negativen Terrain. Andere Indikatoren wie
die Einzelhandelsumsätze und die Kreditvergabe wachsen langsamer. Auch
der Reformmotor ist ins Stottern geraten. Beim Umbau der Staatsbetriebe
scheint der Eifer der Privatisierung und für mehr Wettbewerb zu erlahmen
und einer Konsolidierung von Wirtschaftszweigen Platz zu machen. Als
Herzstück der Reform sollte den Marktkräften eine größere Rolle zuge-
billigt werden. Diesen Grundsatz scheint man in den letzten Wochen
fallen zu lassen zugunsten verstärkter Eingriffe in den Markt. Trotzdem
gehe ich davon aus, dass wir es in China mit einer Abkühlung und nicht
mit einem Einbruch zu tun haben. Denn auch wenn die Reformen aktuell
etwas stocken, werden sie fortgesetzt. So birgt das ehrgeizige Vorhaben
der 'neuen Seidenstraße' interessante Möglichkeiten. Und die Abwertung
des Renminbi ist Ausdruck einer Öffnung des Kapitalverkehrs. Eine
Panikreaktion auf die Wirtschaftsentwicklung sehe ich darin nicht.
Weitere Lockerungsmaßnahmen wie die Senkung des Leitzinses und der
Mindestreservequote sind wahrscheinlich. Sie dürften der Wirtschaft
und den Aktienmärkten helfen."
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