Mediolanum International | Ernüchterung bei Tech-Giganten
Terry Ewing, Aktienchef bei Mediolanum International Funds
- Rücksetzer ist eine gesunde Neubewertung
Korrektur statt Blase
Der Investitionsboom in Infrastruktur läuft zwar auf Hochtouren, doch viele Anwendungen stehen erst am Anfang. Parallel sehen wir eine Art globales „Wettrüsten“ der Tech-Giganten um die Führung bei KI-Lösungen, ergänzt durch privat geführte Player wie OpenAI oder Anthropic. Ein großer Teil der massiven Infrastrukturinvestitionen wurde in den vergangenen sechs Monaten allerdings über Fremdkapital finanziert. Das verschärfte die Sorge der Anleger: Welche Rendite bringt der Billionen-Capex tatsächlich – und wann? Der deutliche Rückgang der Free-Cashflow-Renditen bei Big Tech spiegelt die wachsende Skepsis der Investoren wider, ebenso wie die Diskussion um teils ambitionierte Abschreibungsannahmen. Unsicherheit herrscht auch beim überfüllten Rennen um große Sprachmodelle, in dem am Ende vermutlich nur wenige Anbieter dauerhaft tragfähige Geschäftsmodelle etablieren werden. Der aktuelle Rücksetzer wirkt daher weniger wie ein Bruch mit der KI-Story, sondern eher wie eine gesunde Neubewertung: mehr Disziplin, mehr Differenzierung, weniger Pauschal-Optimismus.KI wird Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend prägen – in einem Tempo, das wir so noch nicht gesehen haben. Das enorme Effizienzpotenzial ist offensichtlich: Unternehmen können Prozesse automatisieren, Kosten senken und Entscheidungen verbessern. Gleichzeitig steigt das Disruptionsrisiko für etablierte Geschäftsmodelle, deren Wettbewerbsvorteile die KI erodieren könnte. Genau diese Spannung erklärt, warum der Markt zuletzt selektiver geworden ist: Gewinner werden belohnt, vermeintliche Verlierer stärker hinterfragt.
Flucht oder Chance?
Ist nun ein Ausstieg sinnvoll? Oder bietet die Korrektur günstige Einstiegsgelegenheiten? Die Antwort ist heute deutlich nuancierter als in den letzten 24 Monaten. Wir erwarten eine größere Streuung der Renditen, nicht nur innerhalb des Technologiebereichs, sondern sektorübergreifend. Chancen liegen nicht nur bei reinen KI-Anbietern, sondern ebenso bei Unternehmen, die KI produktiv in ihr Geschäftsmodell integrieren und so messbar Effizienz und Profitabilität steigern. Besonders Stockpicker dürften in diesem Umfeld imstande sein, die Gewinner von den Verlierern zu unterscheiden. Dennoch zeichnen sich einige Bereiche ab:- Potenzielle Gewinner durch Produktivitätsgewinne: Banken und Pharma erscheinen besonders „KI-reif“. Sie haben Chancen auf effizientere Prozesse, bessere Analytik und Skaleneffekte.
- Margendruck durch Kommoditisierung: Bereiche, in denen Leistungen durch KI leichter vergleichbar oder automatisierbar werden, könnten unter Druck geraten. Dazu zählen Teile des Beratungsmarkts und bestimmte Business-Services.
- Unterschätzte Profiteure der Infrastrukturwelle: Energie- und Netz-Infrastruktur (insbesondere Gas- und Strominfrastruktur), Rechenzentrums- und Dateninfrastruktur-Zulieferer.
- Strukturelle Gewinner: Cybersecurity dürfte kaum „wegdisruptiert“ werden. Im Gegenteil: Der Bedarf wächst mit der Nutzung von KI.
Breitere Streuung von Marktrenditen
Die jüngste Umschichtung weg von Wachstumstiteln und Mega-Caps hin zu Substanzwerten und zyklischeren Bereichen ist aus Marktsicht konstruktiv. Die Aktienrenditen der vergangenen Jahre waren ungewöhnlich stark von wenigen sehr großen Unternehmen dominiert. Eine Breite im Markt ist ein positives Signal und kann dazu beitragen, dass Aktien insgesamt weiter solide Ergebnisse liefern, auch wenn die Leitplanken strenger werden.Gleichzeitig verdeutlicht die Korrektur die Bedeutung von Diversifikation: Portfolios sollten nicht von einem einzigen Thema oder wenigen Mega-Caps abhängen, sondern unterschiedliche Treiber besitzen. KI dürfte zudem nicht nur die Konzentration bei wenigen Plattformen verstärken – sie kann auch die Kostenbasis vieler Unternehmen verbessern. Diese Effekte sind in vielen Kursen noch nicht vollständig eingepreist und sprechen für eine breitere Streuung von Marktrenditen in den kommenden Quartalen.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Mediolanum International). Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Mediolanum International).
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