Capital | Wie würden die Märkte auf einen US-Angriff auf den Iran reagieren?
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - In den kommenden Wochen wird ein möglicher US-Angriff auf den Iran erwartet. Hier sind einige Szenarien, wie die Märkte darauf reagieren könnten:
Das Grundszenario sieht einen begrenzten Angriff ohne größere Lieferunterbrechungen vor.
Wenn die Märkte in den nächsten Wochen einen ernsthaften US-Angriff auf den Iran einpreisen, wird die Reaktion weit stärker von Umfang und Folgen der Aktion als von der politischen Erzählung selbst abhängen. In einem Szenario eines begrenzten Angriffs, bei dem militärische Maßnahmen gezielt erfolgen und die iranischen Ölexporte oder der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht wesentlich gestört werden, wäre die unmittelbare Reaktion wahrscheinlich ein Anstieg der Ölpreise um 5–10 US-Dollar allein aufgrund des Schlagzeilen-Risikos.
Sichere Häfen wie Gold und der US-Dollar würden wahrscheinlich an Wert gewinnen, während Aktien, insbesondere in Europa und den Schwellenländern, kurzfristig unter Druck geraten könnten. Wenn die Energieflüsse jedoch intakt bleiben, werden sich die Märkte voraussichtlich relativ schnell stabilisieren. Dabei könnte der Ölpreis einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben, sobald klar wird, dass kein anhaltender Angebotsschock stattgefunden hat.
Eskalationsszenario: Störung der Straße von Hormus oder der regionalen Infrastruktur
Ein noch störenderes Szenario wäre eine Eskalation, die die Ölinfrastruktur oder die Schifffahrtsrouten, insbesondere die Straße von Hormus, betrifft. Durch diese Route wird etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert. Selbst eine vorübergehende Störung könnte den Brent-Preis in den Bereich von 90 bis 100 US-Dollar treiben, die Inflationserwartungen stark anheben und für Volatilität in allen Anlageklassen sorgen.
Aktien würden wahrscheinlich eine tiefere Korrektur erleben, wobei Energieaktien besser abschneiden würden, während Flug-, Transport- und Verbraucherkonjunkturen unter Druck geraten würden. Die Anleihemärkte könnten zunächst eine Flucht in sichere Werte erleben, doch anhaltend höhere Ölpreise könnten später die Renditen anheben, falls das Inflationsrisiko steigt. In diesem Umfeld stünden die Zentralbanken vor dem schwierigen Spagat zwischen Inflationssteuerung und Wachstumsunterstützung.
Eingeschränkte, aber anhaltende Spannung
Selbst ohne unmittelbare militärische Maßnahmen kann die anhaltende Unsicherheit allein eine geopolitische Risikoprämie aufrechterhalten. Märkte haben in der Regel die größten Schwierigkeiten mit sich ändernden Wahrscheinlichkeiten und unklaren Zeitplänen. Dies kann den Ölpreis stützen, die implizite Volatilität erhöhen und ein vorsichtiges Positionieren fördern.
Für Investoren ist die entscheidende Frage nicht, ob ein Angriff erfolgt, sondern ob er zu einem echten Angebotsschock führt. Ein eingedämmtes Ereignis wäre verkraftbar, während eine anhaltende Störung der Energieflüsse viel weitreichendere makroökonomische Folgen hätte. Sie könnte die Erwartungen an Zinssenkungen erschweren und das Risiko einer Neupreisung im Stil der Stagflation auf den globalen Märkten erhöhen.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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